Sport : Albas Trainer: In aller Ruhe zum Sieg Beliner Basketballer bezwingen Köln 78:59

Helen Ruwald

Berlin - Luka Pavicevic schien sich selbst Zurückhaltung auferlegt zu haben. Der Basketballtrainer von Alba Berlin tobte gestern im Bundesligaspiel gegen die Köln 99ers weniger an der Seitenlinie herum als sonst. Er hatte sein Temperament relativ gut unter Kontrolle. Am Freitag bei Albas erster Saisonniederlage in Leverkusen hatte er wegen einer Disziplinarstrafe die Halle nicht betreten dürfen, nachdem er wenige Tage zuvor gegen Göttingen mit dem Schiedsrichtergespann aneinandergeraten und für ein Spiel gesperrt worden war. Bis auf die ersten Minuten hatte Pavicevic gestern auch keinen Grund, sich zu ärgern. Alba siegte gegen das stark verjüngte und bislang in dieser Spielzeit erst einmal siegreiche Kölner Team 78:59 (43:27).

Mehr als Pavicevic wurde von den Fans in der Max-Schmeling-Halle allerdings vor Spielbeginn der Trainer des Gegners gefeiert: Sasa Obradovic, ein ehemaliger Alba-Spieler. Sein Team bereitete den Berlinern, bei denen Dragan Dojcin wegen einer Wadenprellung fehlte und von Goran Nikolic gut ersetzt wurde, zunächst einige Probleme. Die Berliner verteidigten nicht intensiv genug und ließen einfache Körbe zu. Doch mehr als vier Punkte Vorsprung (11:7) konnte Köln nicht herausspielen. Nach viereinhalb Minuten zog Luka Pavicevic sein Jacket aus, es war Zeit, dass etwas passierte. Lange musste er sich nicht gedulden, da brachte Goran Nikolic Alba mit einem Dreipunktewurf erstmals in Führung – 14:12. Plötzlich lief alles zugunsten der Gastgeber, die mit einer 13:2-Serie davonzogen.

Zu Beginn des zweiten Viertels wagte Pavicevic nach einem gepfiffenen Schrittfehler gegen Philip Zwiener eine Diskussion mit dem Schiedsrichter, die allerdings sehr moderat verlief. Die hohe Pausenführung seines Teams war vor allem auf die Wurfquote von 76 Prozent zurückzuführen, vier Berliner kamen sogar auf eine hundertprozentige Ausbeute, Köln hingegen nur auf 35 Prozent. Julius Jenkins knüpfte an seine gute Leistung aus den vergangenen Spielen an und hatte zur Pause ebenso neun Punkte erzielt wie Spielmacher Bobby Brown, der erst mit zunehmender Spieldauer seine Stärken zu zeigen vermochte. Insgesamt konnte er aber nicht so überzeugen wie gegen Gießen und Göttingen.

Die zweite Halbzeit begann so wie die erste, die Kölner leisteten Widerstand – aber nur vorübergehend. Die Berliner Fans feierten das neue Alba-Team, sie beklatschten die gelungenen Dreipunktewürfe von Jenkins und Vujadin Subotic ebenso wie mehrere Körbe von Goran Nikolic und den erfolgreichen Wurf von Nationalspieler Patrick Femerling mit der Schlusssirene. Köln war nun völlig chancenlos. Und Luka Pavicevic verspürte an diesem Tag keinen Grund mehr zur Aufregung.

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