Sport : Albtraumberuf Profisportler

Friedhard Teuffel erklärt, was ein Berufsathlet alles hinnehmen muss

Friedhard Teuffel

Wie viele Traumberufe gibt es eigentlich noch? Lokführer gehört jedenfalls nicht mehr dazu, so wenig Geld, wie es da zu verdienen gibt, und auch der Profisportler scheint sich aus diesem Kreis zu verabschieden. In den großen Sportarten gibt es zwar immer mehr zu verdienen, aber der Preis, den die Athleten dafür bezahlen, ist manchmal kaum noch zu beziffern.

Es gibt wohl wenige Berufsgruppen, die so viel hinnehmen müssen wie die Profisportler. Denn zu den Einschränkungen, die sich für öffentlich bekannte Personen ohnehin ergeben, kommen noch mehr dazu: Sie müssen ständig bereit sein, Urin oder Blut für eine Dopingprobe abzugeben, müssen immer Auskunft geben, wo sie gerade sind und wo sie danach hinfahren, damit der Dopingkontrolleur sie auch erreicht. Sportler müssen auch noch ihre DNS abgeben, so dass wildfremde Menschen intimste Daten von ihnen besitzen. Manche, wie jetzt die Schwimmerin Antje Buschschulte, fordern sogar, dass es regelmäßig Razzien geben sollte, um die Betrüger zu erwischen. Dann klingelt an einem Tag der Dopingkontrolleur an der Tür, am nächsten die Polizei.

So leid es einem für die Sportler tun mag, es gibt keine Alternative dazu, wenn Doping ernsthaft bekämpft werden soll. Wo ist aber die Grenze beim Persönlichkeitsschutz für Berufssportler? Der Schutz setzt dann ein, wenn der Wettbewerb verzerrt werden könnte. Nachts um drei vor einem Wettkampf wird der Kontrolleur wohl nicht klingeln, auch wenn die Probe dann am effizientesten wäre. Vor allem müssen die Sportler auf die Einhaltung strenger Datenschutzregeln pochen. Aber sie müssen damit leben, dass ihnen Leichtigkeit und Spontaneität genommen werden – gerade in den Jahren, in denen ihre Altersgenossen besonders ausgelassen sind.

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