Alemannia Aachen : Stieber ist bester Scorer der Zweiten Liga

Zoltan Stieber war ein echter Glücksgriff für die Aachener: Fast im Alleingang verhalf er seinem Verein zum 2:4 Sieg gegen den Karlsruher SC.

Holger Richter
Grund zum Jubeln. Zoltan Stieber kam aus dem Nichts – und ist jetzt bester Vorbereiter der Zweiten Liga. Am Samstag spielt er mit Aachen gegen Hertha BSC. Foto: dpa
Grund zum Jubeln. Zoltan Stieber kam aus dem Nichts – und ist jetzt bester Vorbereiter der Zweiten Liga. Am Samstag spielt er mit...Foto: picture alliance / dpa

Aachen - Uwe Rapolder war sauer. Sein Karlsruher SC hatte gerade mit 2:4 bei Alemannia Aachen verloren. Aber mit leeren Händen wollte Rapolder den Tivoli nicht verlassen. „Den Zoltan Stieber habe ich seinerzeit aus England nach Koblenz geholt“, sagte er, um auf seinen persönlichen Verdienst hinzuweisen, den er am tollen Aachener Spiel gehabt habe. Denn eben jener Stieber hatte mit einem Tor und zwei Vorlagen den KSC beinahe alleine besiegt.

Inzwischen ist der 22 Jahre alte Ungar der Top-Scorer der Zweiten Liga. Sechs Tore und vierzehn Vorlagen hat er für die Alemannia erzielt, die am Samstag (13 Uhr) auf Hertha BSC trifft. Zu Saisonbeginn war Stieber ablösefrei vom Zweitligaabsteiger Koblenz an den Tivoli gewechselt. Rapolder hatte ihn vor zwei Jahren in England entdeckt. Im Reserve-Team von Aston Villa sah Stieber, den es mit 16 von Budapest nach Birmingham gezogen hatte, keine Perspektive mehr.

Als „schnellen und dribbelstarken Spieler, der links alles spielen kann – zur Not auch defensiv“, hatte Aachens Manager Erik Meijer seine Neuverpflichtung im Sommer beschrieben. Aachens Trainer Peter Hyballa stellte ihn als zweite Spitze neben Benjamin Auer auf. Vor allem dieser profitiert. Sieben seiner fünfzehn Saisontore hat Auer auf Vorlage von Stieber erzielt. Ein Angebot des 1. FC Kaiserslautern in der Winterpause lehnte Meijer ab: „Dann hätte ich gleich zwei Spieler verloren“, nämlich Stieber, für den er so schnell keinen Ersatz mehr gefunden hätte, und Auer, der auf die Vorlagen des Ungarn hätte verzichten müssen.

„Er findet es geil, seine Mitspieler Tore schießen zu lassen“, beschreibt Meijer die Stärken Stiebers. Zudem profitiere Auer von seiner klaren Spielweise. „Er schlägt nicht Haken auf Haken. Er geht an seinem Gegenspieler vorbei, und dann kommt die Flanke.“ Darauf könne sich der Stürmer einstellen. „Hans-Peter Lehnhoff hat genauso gespielt“, erinnert sich der Holländer an seine aktive Zeit bei Bayer Leverkusen, „entweder kam seine Flanke zu Ulf Kirsten oder zu mir.“

Zoltan Stiebers Vertrag in Aachen läuft noch bis 2012. Wer ihn haben will, müsste laut Meijer „eine große Tüte Geld“ mitbringen. Holger Richter

0 Kommentare

Neuester Kommentar