Sport : Alemannia muss leiden

Aachens Torwart Nicht sieht die Rote Karte, der Aufsteiger verliert 0:3 in Leverkusen

Erik Eggers

Leverkusen – Sie sangen unverdrossen weiter. „You’ll never walk alone“, dröhnte es in der 60. Spielminute aus dem schwarz-gelben Fanblock des Gastes, Tausende von Kehlen trotzten der Niederlage, die der Alemannia aus Aachen bevorstand. Sie sangen weiter, obwohl Simon Rolfes, der im Sommer 2005 aus Aachen nach Leverkusen gewechselt war, mit einem wunderschönen Volleyschuss just das 3:0 für Bayer Leverkusen erzielt hatte, das letzte Tor beim 3:0 (2:0)-Sieg des Favoriten gegen den Aufsteiger.

Bei einer normalen Chancenverwertung hätte der Vorjahresfünfte sogar noch deutlich höher gewinnen müssen, darin waren sich hinterher alle einig. „Natürlich hatten wir uns diese Premiere anders vorgestellt“, sagte Aachens Trainer Dieter Hecking. Zumal sein Team nicht nur das Spiel, sondern auch Torwart Kristian Nicht nach einer Roten Karte und Innenverteidiger Nico Herzig (Knöchelverletzung) verloren hatte.

Im ersten Bundesligaspiel nach 36 Jahren starteten die Aachener extrem nervös in die Partie. Schon vor dem Platzverweis gegen Torwart Nicht, der einen Ball vor dem Strafraum mit der Hand abwehrte, agierte Leverkusen hochüberlegen, produzierte eine ganze Serie von Torchancen gegen eine überforderte Aachener Defensive. „Das war in den ersten 20 Minuten richtig schöner Kombinationsfußball“, freute sich Bayers Sportdirektor Rudi Völler. Vor allem die rechte Seite mit Bernd Schneider und Rechtsverteidiger Gonzalo Castro entwickelte mächtig Druck. Nicht zufällig legte der 19-jährige Spanier seinem Kapitän Ramelow den Ball zum hochverdienten Führungstreffer vor, nachdem er Aachens niederländischen Linksverteidiger Leiwakabessy düpiert hatte. Das 2:0 schoss Castro dann selbst. Nachdem Plaßhenrich ihm den Ball in den Fuß gespielt hatte, setzte er sich gegen Casper durch und überwand auch den eingewechselten Keeper Stephan Straub – mit dem ersten Bundesligatreffer Castros war die Vorentscheidung gefallen.

Erst nach dem 3:0 durch Rolfes beruhigten die Leverkusener das Spiel und sparten so Kräfte für die nächste Partie in Bremen. Leverkusen verlor allerdings mit dem eingewechselten Marko Babic, der Sergio Pinto mit dem Ellenbogen checkte, noch einen Spieler durch eine berechtigte Rote Karte. Am hochverdienten Sieg änderte das indes nichts.

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