Sport : Alex Alves: In Erwartung seiner Strafe

Den sonnigen Mittwoch hatte sich Alex Alves anders vorgestellt. Während seine Kollegen von Hertha BSC das schöne Wetter bei leichtem Training durch genießen konnten, schwitzte der ungestüme Brasilianer in der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Der 25-Jährige musste sich gestern (nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe) in Frankfurt (Main) vor dem Sportgericht des DFB gegen den Vorwurf wehren, er habe am 24. Juli in Lübeck beim Ligapokal-Spiel gegen den Hamburger SV eine Tätlichkeit begangen. Eine Tätlichkeit am ehemaligen Herthaner Niko Kovac. Ihn soll Alex Alves mit einem Ellbogenschlag zu Boden gestreckt haben.

Via Dolmetscher versuchte Alves den Richtern klarzumachen, dass er das Revanchefoul gar nicht begangen hat. An seiner Seite weiß er zudem den von Hertha BSC berufenen Anwalt Schickardt. Vorsichtshalber flog auch Manager Dieter Hoeneß mit. Hertha hatte angesichts einer drohenden längeren Sperre auf einer mündlichen Verhandlung bestanden.

Dieter Hoeneß verweist immer wieder auf die Fernsehaufnahmen. Da war zwar eine Ausholbewegung des Brasilianers zu sehen, aber nicht der angebliche Schlag selbst. "Die Ausholbewegung an sich ist schon regelwidrig, aber dafür kann Alex nicht acht Wochen gesperrt werden", argumentiert Herthas Manager. Hoeneß war gleich nach dem Spiel zu Niko Kovac gegangen und hatte auf ihn gestenreich eingeredet. Die Annahme liegt nahe, dass er Kovac um Wohlwollen bat. Kovac soll später geäußert haben, es sei alles nicht so schlimm gewesen.

Nach den Regeln der Sportgerichtsbarkeit wird eine Tätlichkeit gegenüber einem Gegenspieler oder einem Zuschauer im leichteren Fall mit einer vierwöchigen Sperre belegt. Im schweren Fall muss der "Sünder" mit mindestens acht Wochen Sperre rechnen. Seit dem Spiel in Lübeck sind über zwei Wochen vergangen, der Brasilianer musste in zwei Pflichtspielen pausieren.

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