Alexander Leipold : Hingefallen, aufgestanden

Alexander Leipold nach seinem Dopingurteil ringt um Glaubwürdigkeit.

Friedhard Teuffel

Es gibt auch im Sport Glaubensfragen, und eine davon ist: Hat Alexander Leipold gedopt? Dem Ringer wurde die olympische Goldmedaille von Sydney aberkannt, weil in seinem Urin Spuren des Steroids Nandrolon nachgewiesen worden waren – übrigens die gleiche Substanz wie bei Dieter Baumann. Es könnte sein, dass Leipolds eigener Körper so viel Nandrolon produziert hat, dass er den Grenzwert überschritt. Oder dass er ein verunreinigtes Nahrungsergänzungsmittel genommen hatte. Es könnte.

Seine Biografie hat Leipold daher „Ich glaub’ an mich“ genannt. Geschrieben hat er sie nach dem Ende seiner internationalen Laufbahn mit dem Journalisten Klaus Weise. Es ist die Geschichte eines einfachen, sehr emotionalen Menschen, der auf einmal nicht mehr gegen Ringer kämpfen muss, sondern gegen zwei Schicksalsschläge: die aberkannte Goldmedaille und drei Schlaganfälle, die er 2003 infolge einer Viruserkrankung erlitt. Beides bringt seine beschauliche Welt fast zum Untergehen. Doch Leipold hilft sich mit Lebensweisheiten und seinem Ehrgeiz wieder auf die Beine. Er wollte einen Ratgeber schreiben für Menschen in ähnlichen Situationen. Wenn er mit seinem Buch Glaubwürdigkeit gewinnen wollte, dann ist ihm das auf jeden Fall gelungen.

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