Sport : Alexander Meier

Wie der Frankfurter das Spiel in Mainz erlebte

Daniel Meuren

Alexander Meier betritt zum Derby zwischen Mainz 05 und Eintracht Frankfurt als letzter Gästespieler das Feld. Und er dürfte bei seiner ersten Ballberührung, erst in Minute elf, auch der letzte Eintracht-Spieler gewesen sein, der richtig in die Begegnung eingebunden wird. Da steht es im einseitigen Derby bereits 2:0 für seine Mannschaft, für die Eintracht. Der Shooting-Star der Frankfurter hatte dabei schon in der dritten Minute eine bedeutende, wenn auch passive Rolle gespielt. Da baute er seinen Körper von stolzen 1,96 Meter Länge vor dem Mainzer Torwart Dimo Wache auf und nahm diesem damit die Sicht auf Copados scharf aufs Tor gezogenen Eckstoß. Wache ließ den Ball auch deshalb in den Fünfmeter-Raum schweben, wo Noveski das erste seiner beiden Eigentore erzielt.

Auch in der Folge ist es mehr die Präsenz als das spielerische Geschick Meiers, das zur starken Vorstellung der Eintracht in der ersten Spielhälfte beiträgt. Als hängende Spitze bewegt er sich ständig zwischen der Mainzer Viererkette im Mittelfeld und der hintersten Linie der Gastgeber. Dadurch zieht Meier den Mainzer Abräumer Milorad Pekovic aus dessen angestammtem Terrain im Zentrum des Geschehens und macht den Weg frei für seine Mittelfeldkollegen.

Den Ball selbst berührt Meier im gesamten Verlauf der Partie eher selten. Dann stellt er aber stets etwas Vernünftiges an. In der 16. Minute spielt der 22-Jährige seine Qualitäten in großer Bedrängnis aus. Umringt von drei Mainzern schottet er den Ball mit geschicktem Körpereinsatz ab, befreit sich aus der Umlagerung und schießt aus 25 Metern knapp vorbei. Vier Minuten später verschenkt er etwas zu leichtfertig nach einem schönen Steilpass von Copado seinen fünften Saisontreffer. Vor der Pause legt Meier noch einmal mustergültig für Copado auf und zwingt mit dem Halbzeitpfiff Wache mit einem Linksschuss aus 18 Metern zu einer Rettungstat.

In Halbzeit zwei taucht Meier ab. Nur in der 65. Minute treibt er den Ball noch mal über das halbe Feld, Copado vergibt aber sein Zuspiel und somit die Entscheidung. Meier wartet fortan zu passiv auf Zuspiele. Den Mainzer Ausgleich in der letzten Minute muss Meier von der Bank aus mit ansehen – das unbefriedigende Ende eines letztlich durchschnittlichen Arbeitstages.

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