Sport : Ali Daei: Wenn Zentimeter entscheiden

Klaus Rocca

Am Dienstag absolvierte er leichtes Lauftraining, gestern trat er schon so manches Mal gegen den Ball. Michael Preetz ("Das wird schon klappen") dürfte nach seiner schweren Bronchitis am Sonnabend beim Bundesliga-Tabellenführer Schalke 04 für Hertha BSC auflaufen. Fiele der Mannschaftskapitän und 15fache Saison-Torschütze jedoch aus, käme wieder Ali Daei zum Zuge, neben Alex Alves.

Als der Brasilianer zuletzt in der Partie gegen Borussia Dortmund von Jürgen Röber vom Platz geholt und gegen Josip Simunic ausgetauscht wurde, musste sich der Trainer unliebsame Pfiffe, gar "Röber raus"-Rufe anhören. Manchem Fan im Olympiastadion wollte nicht einleuchten, warum der Brasilianer und nicht der Iraner gehen musste. "Dafür habe ich überhaupt kein Verständnis. Ich lasse mir den Sieg doch nicht kaputtmachen", grollte Röber.

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Tipp-Spiel: Wer wird Deutscher Meister? Tatsache war: Gut gespielt haben beide nicht, Daei schon gar nicht. Der Welt-Torjäger des Jahres 1996 hat die Chance, die sich der Nr. 3 im Sturm so oft nicht bietet, nicht genutzt. Doch die elf Zentimeter, die er größer als Alves ist, gaben für ihn den Ausschlag. Röber: "Als Dortmund den Libero aufgelöst und noch einen dritten Stürmer eingewechselt hatte, brauchte ich gegen die langen Kerls einen weiteren kopfballstarken Spieler. Da hat Ali seine Sache nicht schlecht gemacht, sich auch taktisch gut verhalten."

Wie auch immer, bei Hertha wäre man froh, fände sich für Daei ein Verein. Als kürzlich eine iranische Zeitung meldete, die Glasgow Rangers würden ihn ausleihen wollen, wurde das von Hertha dementiert. Auch von Daei selbst. Er wisse nichts davon, so Daei, und wolle sich ganz auf die Schlussphase mit Hertha konzentrieren.

Ob er allerdings dann noch oft dabei sein darf, ist wenig wahrscheinlich. Dass Alves gestern wegen leichter Fußbeschwerden nicht mittrainieren konnte, hat Daeis Einsatz-Chancen nicht erhöht. "Am Donnerstag trainiert Alex wieder mit", meinte Röber. Er macht kein Hehl daraus, dass er mit der Situation des Sturms nicht glücklich ist und die beiden ins Auge gefassten Offensivkräfte herbeisehnt. Der zuletzt ins Gespräch gebrachte Schalker Asamoah ("Ich habe überhaupt nicht mit Hertha gesprochen") zählt nicht dazu. "Ich bin es leid, immer wieder Spekulationen zu kommentieren", sagt Manager Dieter Hoeneß.

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