Sport : All die schönen Träume

Ablenkung vom Pokal-K.o: Borussia Mönchengladbach holt Marek Heinz

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Mönchengladbach Immerhin, aus PR- Sicht hat Borussia Mönchengladbach alles richtig gemacht. Am Tag nach der großen Enttäuschung im DFB-Pokal verkündete der Fußball-Bundesligist endlich mal wieder eine erfreuliche Nachricht: Die Suche nach einem neuen Stürmer ist zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht worden. Marek Heinz, tschechischer Nationalstürmer, wechselt für vier Jahre nach Mönchengladbach. Bei der Europameisterschaft in Portugal hat Heinz in vier Spielen zwei Tore erzielt, in Tschechien war er in der vorigen Saison mit Banik Ostrau Meister und Torschützenkönig.

Der erfolgreiche Transfer lenkt ein wenig ab von den Sorgen, die den Verein zurzeit plagen. In der Bundesliga sind die Gladbacher nach zwei Spieltagen noch ohne Sieg, und am Sonntag hat sich die Mannschaft bei den Amateuren von Bayern München in der ersten Runde aus dem DFB-Pokal verabschiedet. „Mit so einer Leistung kann man nicht mal in der Regionalliga bestehen“, sagte Trainer Holger Fach nach dem Aus im Elfmeterschießen.

Die Saison ist gerade ein paar Wochen alt, da zeigt sich bereits, dass sich all die schönen Träume der Gladbacher in diesem Jahr wohl wesentlich schwerer realisieren lassen als erhofft. Gestern ist wieder ein Teil des Vereins in eine vermeintlich bessere Zukunft aufgebrochen. Die Mitarbeiter der Geschäftsstelle haben am Montag ihre Büros im neuen Stadion bezogen. Die Arena steht als Symbol für die neuen Ansprüche des Klubs, der in diesem Jahr nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben soll und mittelfristig wieder im Europapokal spielen will. In Wirklichkeit aber ist sie zum Symbol für unangenehme Alltagsschwierigkeiten geworden.

Mit dem neuen Stadion sollte alles besser werden. Die Realität aber sieht so aus, dass seit der Eröffnungsfeier des Borussia-Parks vor vier Wochen nicht von der tollen Atmosphäre im Stadion geschwärmt, sondern vor allem über die katastrophale Verkehrsanbindung gejammert wird. Vor dem ersten Bundesligaspiel gegen Borussia Dortmund standen die Zuschauer stundenlang im Stau, Verein und Stadt beschuldigten sich anschließend gegenseitig für die untragbare Situation. Die Stimmung ist gereizt.

Und die Geduld der Vereinsführung wird in dieser Saison geringer sein als in den vergangenen Jahren. Für die Mannschaft und Trainer Fach gibt es angesichts der verbesserten Rahmenbedingungen eine Pflicht zum Erfolg. Der Trainer, der in der vergangenen Saison den von Ewald Lienen zusammengestellten Kader übernehmen musste, durfte die Mannschaft diesmal nach seinen Vorstellungen ergänzen und verstärken. Von Verstärkung aber kann bisher noch keine Rede sein. Tsp

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