Sport : Alle Augen auf Toronto

DEL-Klubs könnten über Nacht Spieler verlieren

Claus Vetter

Berlin - Erik Cole hat am späten Mittwochabend noch telefoniert. Mit einem Mitspieler der Carolina Hurricanes. Dem Team, in dem der US-Amerikaner Cole spielen wollte. Doch wird ja in der Eishockey-Profiliga NHL zurzeit nicht gespielt, sondern verhandelt. Immerhin erscheint es noch möglich, dass in der NHL die Stadien bald öffnen. Zwar erzielten Spielergewerkschaft und Klub-Vertreter am Mittwoch keine Einigung über die Einführung einer Obergrenze für Spielerbudgets, vertagten sich aber auf gestern (bei Redaktionsschluss wurde in Toronto noch verhandelt). Allerdings war Cole nicht optimistisch. „Ich weiß nicht, ob da etwas passiert. Mein Freund am Telefon war da auch nicht weiter als ich.“

Seinen derzeitigen Arbeitgeber, die Eisbären, würde Stürmer Cole einer Einigung in der NHL ohnehin nicht verlassen, sagt Klub-Manager John Lee: „Erik hat einen Vertrag bis Saisonende bei uns.“ Das muss nicht unbedingt viel heißen. Verträge lassen sich auflösen. Ein Problem, dass die Iserlohn Roosters nicht haben. Ihre Gastarbeiter aus der NHL, die Amerikaner Mike York und John Liles, müssen verschwinden, wenn in der NHL gespielt wird. Es wäre bitter für den abstiegsgefährdeten Klub, der heute bei den Eisbären (19.30 Uhr, Sportforum) antritt. Wenn die NHL-Saison aber abgesagt wird, könnten in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) Außenseiter wie Iserlohn noch stärker werden. Viele Spieler aus der NHL würden dann noch einen Job suchen.

Erik Cole gehört nicht dazu. Allerdings will er Ende April wieder in der Heimat sein. „Dann heiratet ein guter Freund von mir in den USA. Daher kann ich auch nicht an der WM im Wien teilnehmen.“ Pech für das Team USA. Den Eisbären kann es egal sein, die Play-offs in der DEL sind Ende April vorbei.

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