Sport : Alle jagen Lemgo

Zehn Antworten vor dem heutigen Start in die 27. Saison der Handball-Bundesliga

Klaus Rocca

Heute beginnt mit dem Spiel HSG Wetzlar gegen SG Kronau/Östringen die 27. Saison der Handball-Bundesliga. Wir erklären, was die Fans erwartet.

Wie stark ist die Liga? Sie ist nicht schwächer als im Vorjahr. Was den besonderen Reiz ausmacht, ist die Tatsache, dass es selten zuvor so viele Anwärter auf den Titel gab. In der Vorsaison stellte TBV Lemgo mit 34:0 Punkten einen Startrekord auf und lag am Ende fünf Punkte vor der SG Flensburg-Handewitt.

Welches sind die Favoriten? Natürlich der Titelverteidiger aus Lemgo, der sich allerdings so gut wie gar nicht verstärkt hat. Seine Klasse bewies er aber gerade wieder in Dessau mit dem Supercup-Gewinn gegen den Pokalsieger Flensburg-Handewitt. Gute Chancen haben auch der ewige Zweite aus Flensburg, der THW Kiel, Gummersbach mit den spektakulärsten Zugängen und die HSG Nordhorn. SC Magdeburg muss den Abgang des Weltklassespielers Olafur Stefansson nach Spanien verkraften.

Wer sind die Absteiger, wer die Aufsteiger? Die Klasse verlassen mussten TuS Nettelstedt-Lübbecke und die SG Willstätt-Schutterwald. Ihre Plätze nehmen die SG Kronau-Östringen und der Stralsunder HV ein.

Und wer steigt ab? Wenn alles normal läuft, die Aufsteiger. Doch die Nordbadener von Kronau-Östringen, im Vorjahr aus einer Fusion entstanden und prompt aufgestiegen, haben sich gut verstärkt. So kam vom THW Kiel Davor Dominikovic, der im letzten WM-Endspiel mit Kroatien gegen Deutschland gewann.

Wer hat den höchsten Etat, wer den niedrigsten? Der THW Kiel plant mit 4,8 Millionen Euro, HSV Hamburg mit 4,5, SG Flensburg-Handewitt mit 3,3, SC Magdeburg mit 3 Millionen. Daneben nehmen sich die Etats von Stralsund (1,1 Millionen) und VfL Pfullingen (950 000 Euro) bescheiden aus.

Welches sind die spektakulärsten Transfers? Die von Frank von Behren (GWD Minden), Steinar Ege (Kiel) und Mark Dragunski (Flensburg-Handewitt) nach Gummersbach.

Welches war der Aufsehen erregendste Transfer? Der von Pascal Hens von der SG Wallau-Massenheim nach Hamburg. Das größte Talent des deutschen Handballs zahlte 35 000 Euro aus eigener Tasche, als sich beide Klubs nicht über die Ablösesumme einigen konnten. Hens trifft schon am Sonntag mit seinem neuen auf seinen alten Klub.

Welches sind die größten, welches die kleinsten Hallen? Die Köln-Arena fasst 19 500 Zuschauer und war in der Vorsaison beim Spiel Gummersbach gegen Kiel mit 17 465 fast ausverkauft. In die Hamburger Colorline-Arena passen 13 800 Zuschauer, in die Kieler Ostseehalle 10 250. Aufsteiger Stralsund können nur 1050 Besucher unterstützen.

Wer sind die größten, wer die kleinsten Spieler? Mark Dragunski misst 2,14 m, der Schwede Ljubomir Vranjes aus Nordhorn ist 46 Zentimeter kleiner.

Was überträgt das Fernsehen? Nach monatelangem Verhandlungsmarathon steht man kurz vor dem Abschluss. Danach wird das DSF dienstags 24 Spiele live übertragen, sonntags voraussichtlich sechs. Die SportA, Rechteagentur für ARD und ZDF, wird etwa 30 Spiele in den Dritten Programmen erfassen.

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