Sport : Alle Macht für Magath

Wolfsburgs neuer Trainer hat alleine das Sagen

Mathias Klappenbach

Berlin - Jetzt wird wieder kräftig in den Aufschwung investiert. In den lang ersehnten Aufschwung der VfL Wolfsburg Fußball-GmbH, einer 90-prozentigen Tochter des Volkswagen-Konzerns. Zunächst wird dabei Führungspersonal mit einem guten Ruf in der Branche angeworben. Der neue Geschäftsführer heißt Felix Magath und ist entsprechend seines Titels mit weit reichenden Kompetenzen ausgestattet und für den gesamten sportlichen Bereich inklusive Personal und Nachwuchsförderung verantwortlich. Magath ist in Wolfsburg künftig Trainer und Sportdirektor in Personalunion. Der 53-Jährige erhält einen Vertrag bis 2010.

„Mit Felix Magath konnten wir eine der renommiertesten Persönlichkeiten im deutschen Fußball gewinnen“, sagte der neue Vorsitzende des Aufsichtsrates, Hans Dieter Pötsch. „Er bringt aus seinen bisherigen Tätigkeiten als Trainer und Manager umfangreiche Erfahrungen mit und kann auf zahlreiche nationale und internationale Erfolge zurückblicken.“ Magath war im Februar beim FC Bayern München entlassen worden, mit dem er in beiden Jahren zuvor jeweils das Double gewonnen hatte, Meisterschaft und Pokal. Danach hatte er unter anderem ein Angebot des Hamburger SV und von Borussia Dortmund ausgeschlagen.

„Ich sehe beim VfL Wolfsburg eine gute Perspektive. Ich glaube, dass es besser ist, wenn einer allein seine Vorstellungen durchbringen kann. Davon habe ich den VfL überzeugt“, sagte Magath der Deutschen Presseagentur. Wie er sich diese Zukunft im Detail vorstellt, konkretisierte er noch nicht. „Ich muss mir zunächst einen Überblick über das Team und den Verein verschaffen. Ich bin aber bereit, mit allen VfL-Profis zu arbeiten. Natürlich möchte ich auch neue Spieler holen“, sagte Magath. Als namhafte Zugänge stehen bisher die Cottbuser Vlad Munteanu und Sergiu Radu sowie Ashkan Dejagah von Hertha BSC fest. Dafür verlassen die Stürmer Mike Hanke und Diego Klimowicz den Verein.

Magath wird sie mehr als gleichwertig ersetzen wollen, und am Geld werden diese Transfers nicht scheitern. Entscheidend für Magath eingesetzt hat sich der neue Vorstandsvorsitzende von Volkswagen, Martin Winterkorn. Der ist großer Fußballfan und saß für Sponsor Audi im Aufsichtsrat des FC Bayern, als Magath dort Trainer war. „Martin Winterkorn bekennt sich zum VfL Wolfsburg, und er lässt daran auch keinen Zweifel“ sagt Kommunikationschef Stephan Grühsem. Und: „Für das, was das Unternehmen in den Klub steckt, kann es nicht das Ziel sein, gegen den Abstieg zu spielen.“ Sechs Trainer hat der VfL in den vergangenen vier Jahren entlassen. Gerade traf es Klaus Augenthaler, der mit einer leblos wirkenden Mannschaft nur knapp dem Abstieg entgangen war. Vor einigen Jahren wurde in Wolfsburg als Ziel ausgegeben, 2007 in der Champions League mitzuspielen.

Große Ziele hat der VfL schon vor mancher Saison ausgegeben – und ist ebenso oft gescheitert. Nun versuchen es der Klub und der Konzern mit aller Macht für Magath. Schon beim VfB Stuttgart von 2001 bis 2004 hatte Magath zeitweise ähnlich weit reichende Kompetenzen. Dort wurde er für die Entwicklung der Mannschaft mit den so genannten „Jungen Wilden“ gefeiert. Das ist beim VfB aber ebenso unvergessen wie auch eine Reihe von Fehleinkäufen, die sich der Trainer Magath als gleichzeitiger Sportdirektor leistete.

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