Sport : Alle reden Bach zum Favoriten – nur er nicht

Einflussreiche Funktionäre sehen ihn in bester Position, um 2013 IOC-Präsident Rogge zu beerben

Durban - Gleich drei einflussreiche Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) haben Thomas Bach zum großen Favoriten auf die Präsidentschaft des IOC erklärt. Der Nachfolger von Amtsinhaber Jacques Rogge wird 2013 gewählt. „Kein Zweifel, im Moment ist er der stärkste Kandidat, das sagt jeder“, erklärte IOC-Finanzchef Richard Carrion, selbst ein Anwärter. Mario Vázquez Raña, Präsident der Vereinigung aller 205 Nationalen Olympischen Komitees (ANOC), schwärmte ebenfalls: „Bach ist die Nummer eins in allem. Er ist fähig, klug, ein großartiges Mitglied der Exekutive und ein Anwalt erster Güte.“

Auch beim früheren IOC-Vizepräsidenten Richard Pound hat Bach gute Chancen. Nach der Pleite Münchens bei der Vergabe der Winterspiele 2018 sieht Pound einen „Mitleidsbonus“ für Bach, falls dieser die Nachfolge Rogges anstreben sollte. „Ich glaube, dass ihm die brutale Niederlage gegen Pyeongchang sogar helfen kann. Alle haben gesehen, dass er sich reingehängt hat“, sagte Pound dem „Spiegel“.

Ein Nachteil für Bach könne hingegen sein, dass bisher sieben von acht IOC-Präsidenten aus Europa kamen. „Dieses Ungleichgewicht kann ein viel größeres Problem für ihn werden. Wir befinden uns in der Endphase des europäischen Imperiums im IOC“, sagte Pound. Weder Bach noch ein anderer Kandidat haben sich bislang öffentlich erklärt.dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben