Sport : Alle unter einem Dach

Beim Berlin-Spieltag trafen sich zwölf Hockeyteams

Stefan Tillmann

Berlin - Es dauerte etwas, bis spannender Sport in die Horst-Korber-Halle kam. Neun Hockeyspiele und Stunden waren gespielt – und einige der 900 Zuschauer waren auf die Bierstände ausgewichen, wo sie angejazzte Evergreens lauschten. Die Besucher waren gekommen, um zwölf Spiele der Bundesligastaffel-Ost zu sehen. Der Berliner Hockey-Verband hat zum dritten Mal zwei Männer- und Frauenspieltage am Wochenende unter einem Dach ausgerichtet. Doch erst das vorletzte Spiel bot die ersehnte Dramatik. Die Frauen von TuS Lichterfelde und Zehlendorf 88 rangen um den zweiten Gruppenplatz hinter dem Berliner Hockey-Club. Lichterfelde spielte 15 Minuten zu sechst ohne Torfrau, die Zuschauerreihen füllten sich mit jedem Treffer. Letztlich verlor Lichterfelde 5:8.

Gerade den Frauenteams sollte durch den geballten Spielplan eine bessere Kulisse geboten werden. Zu den vergangenen Spieltagen waren pro Tag rund 2000 Zuschauer gekommen. Diesmal nahmen nur etwa die Hälfte der Zuschauer auf den Holzbänken Platz. „Die Resonanz ist etwas enttäuschend“, sagte Heiner Lohmann, Schatzmeister des Berliner Hockey-Verbandes. Er machte nicht nur das gute Wetter und die offenen Geschäfte verantwortlich, die zu Weihnachtseinkäufen einluden. Auch der Termin in der frühen Saisonphase habe Fans ferngehalten. Die sechs Männerteams trugen die ersten beiden Spieltage aus. Die sechs Berliner Frauenmannschaften spielten ihre dritte und vierte Runde. Insgesamt haben beide Staffeln zehn Spieltage, ehe die beiden Gruppenersten ins Viertelfinale einziehen. Dort treffen sie im Frühjahr auf Klubs aus der Nord-, West- und Südstaffel. „Noch ging es um wenig“, sagte Lohmann. „Nächste Saison werden wir wieder einen späteren Termin beim Deutschen Hockey-Bund beantragen.“

So freuten sich die Veranstalter zumindest über die „familiäre Atmosphäre“ unter der Berliner Hockeyprominenz. Je nach Alter und Geschmack sprangen die einen auf der Hüpfburg, aßen Bockwurst oder schauten einer Breakdance-Gruppe bei kuriosen Bewegungen zu. Und manch einer ärgerte sich über die ständigen Einspielungen des „Last Christmas“-Liedes zwischen den Spielen: „Das ist ja schlimmer als in den Berliner Kaufhäusern.“

Auf dem Platz passierte wenig Überraschendes. Bei den Frauen zeigte der Berliner Hockey-Club seine Dominanz. Er gewann gegen den Berliner Sport-Club 23:1. Bei den Männern führen nun die Favoriten, der Berliner Hockey-Club und die Zehlendorfer Wespen. Beide gewannen am Wochenende ihre Partien. Den Rivalen TuS Lichterfelde schlug der BHC mit 9:3. Bei Lichterfelde erlitt Nils Lange in seinem ersten Spiel einen Nasen- und Jochbeinbruch.

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