Sport : Alle waren heiß

Robert Ide

Nach dem 1:1 gegen Hamburg hatte Bochums Trainer Peter Neururer den Schuldigen schnell ausgemacht: das Wetter. „Um uns auf die Situation einzustellen, haben wir bei 45 Grad trainiert“, erzählte er. Warum es trotzdem nicht zum Sieg reichte? „Es waren 47 Grad.“ Sport und Hitze – das war der Aufreger des Wochenendes.

Zunächst die nüchternen Zahlen, die kalte Statistik. Hannover gegen Bayern: 47 Grad. Bochum gegen Hamburg: 47 Grad. Bremen gegen Mönchengladbach: 45 Grad. 1860 München gegen Schalke: 44 Grad. So heiß war noch kein Bundesliga-Spieltag.

Emotionen heizten die Stimmung zusätzlich an. Zitat Sunday Oliseh, Nigerianer beim VfL Bochum: „Es war das heißeste Spiel meiner Karriere.“ Oder Schalkes Stürmer Ebbe Sand: „Das war brutal.“ Schließlich Dortmunds Trainer Matthias Sammer: „Fußball bei der Hitze ist inhuman.“

Jetzt könnten sich alle noch einmal richtig aufregen. Ärzte könnten rufen: Das war unverantwortlich! Und Trainer: Das war das letzte Mal!

Doch niemand ruft.

Wegen der nüchternen Statistik: Nur ein paar Dutzend Zuschauer mit leichten Kreislaufproblemen bilanzierten die Sanitäter. Duschen in den Stadien und Löscheinsätze der Feuerwehr am Spielfeldrand – die Fans genossen Abkühlung. Und sie hatten Spaß.

Wegen der Emotionen. Auf dem Rasen gab es tolle Spiele: eine Dortmunder Gala, spannende Duelle in Freiburg, Frankfurt und Köln. Die Bayern rannten bis zum Schluss um den Ausgleich – und schafften trotz des1:3-Rückstands in Hannover ein 3:3. Bei 47 Grad.

Bei solchem Fußball macht Schwitzen Spaß. Sport und Hitze – danke für diesen Aufreger!

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