Sport : Alle Wege führen nach Kiel

Die Champions League im Handball beginnt – der Titelverteidiger ist Favorit.

Hamburg - Handball-Europa hat sich festgelegt: Der THW Kiel gewinnt wieder die Champions League. Bei einer Umfrage des Europäischen Handball-Verbandes (EHF) tippten alle 24 Teilnehmer der Champions League auf den Titelverteidiger. Dahinter folgen der FC Barcelona und Atletico Madrid sowie MKB Veszprem aus Ungarn. Die 20. Saison der Champions League startet am Donnerstag (19.00 Uhr/Eurosport) mit dem Heimauftritt der SG Flensburg-Handewitt gegen den Französischen Meister Montpellier HB. „Wir sind froh, dass wir nach einem Jahr Pause wieder dabei sind“, sagt Flensburgs Geschäftsführer Dierk Schmäschke.

Im renommiertesten Europapokalwettbewerb führt Deutschland das Kommando. Neben den Kielern und den Flensburgern sind die Füchse Berlin und der HSV Hamburg dabei. Spanien folgt mit drei Teams. Doppelt vertreten sind Frankreich, Russland, Slowenien und Ungarn. Zum Auftakt muss der HSV am Samstag bei Ademar Leon antreten, der THW hat es am Sonntag schon zum Start mit dem Vorjahresfinalisten Atletico Madrid zu tun. Die Füchse empfangen ebenfalls am Sonntag Dinamo Minsk. Alle Partien werden bei Eurosport gezeigt.

„Bis in den Dezember haben wir nur noch englische Wochen“, stöhnt Schmäschke. „Bundesliga, Champions League, DHB-Pokal, dazu Länderspiele – den Spielern wird keine Pause gegönnt“. Der Geschäftsführer betont, dass die Terminhatz den internationalen Verbänden immer wieder unter die Nase gerieben wird. Die Bundesliga ist mit 18 Teams die umfangreichste Europas und hat mithin die meisten Spiele. Andere Ligen haben nur 14 Teams.

Für den Titelgewinn im letzten Jahr nahmen die Kieler das Maximum von 495 000 Euro ein. Diese Summe gibt es auch in diesem Jahr. Dafür muss der Titelgewinner immerhin 16 Spiele bestreiten. Zum Vergleich: Ein Champions-League-Teilnehmer im Fußball kassiert schon für ein einziges Remis in einem Gruppenspiel 500 000 Euro. „Ich finde, dass die ausgeschütteten Gelder für das Produkt und den Aufwand, den die Mannschaften betreiben, nicht ausreichen“, sagt Manager Bob Hanning von den Füchsen Berlin.

Die Berliner waren in der vergangenen Saison erstmals dabei und stürmten überraschend bis ins Final Four. Dennoch stapelt Hanning gewohnt tief: „Wir wollen ins Achtelfinale.“ Dem THW hingegen traut er den nächsten Coup zu. „Er hat das beste Paket.“ dpa

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