Sport : Alle Zahlen stimmen

Borussia Dortmund meldet Rekordumsatz und einen 1:0-Sieg über Werder Bremen.

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Lohn für den Fleiß. Torschütze Lewandowski (o.) überzeugt gegen Bremen. Foto: dpa
Lohn für den Fleiß. Torschütze Lewandowski (o.) überzeugt gegen Bremen. Foto: dpaFoto: dpa

Dortmund - Am Ende hatten sie sich alle wieder lieb. Das war so selbstverständlich nicht, denn die Beziehung zwischen Borussia Dortmund und Robert Lewandowski hatte doch argen Schaden genommen in den vergangenen Monaten, weil er so gerne nach München gewollt hätte, aber eben nicht durfte. Vorbei und ein bisschen auch vergessen. Am Freitag schoss Lewandowski nicht nur das Siegtor beim 1:0 (0:0) über Werder Bremen. Er setzte sich auch fleißig ein, wie es ein Zwangsverpflichteter gemeinhin nicht tut. „Robert hat gearbeitet wie einStier“, sagte Trainer Jürgen Klopp. „Und dafür hat er sich heute belohnt.“

Auch für Klopp war es ein ganz besonderer Abend. So oft tritt die Borussia nicht freitagabends an, was der Trainer ziemlich schade findet, denn er hat ein Faible für späte Anstoßzeiten. Man könne morgens noch mit der Mannschaft trainieren, taktische Dinge machen „und auch ein Mittagsschläfchen“. Vor allem, wenn es gegen Werder Bremen geht, lieben sie bei Borussia Dortmund abendliche Termine. Unter Flutlicht gewann der BVB gegen das Team von der Weser die letzten acht Spiele in Folge.

Das fügte sich ganz gut ins allgemeine Bild. Am Tag zuvor hatte der börsennotierte Klub Rekordzahlen gemeldet, nämlich einen Umsatz von 305 Millionen Euro, der Gewinn beträgt stolze 53,5 Millionen Euro. Das ist ein beeindruckendes Ergebnis, und entsprechend ging die sportliche Belegschaft am Freitag ans Werk. Dortmund übernahm von der ersten Minute an das Kommando und berannte das Bremer Tor. Der Druck war enorm, die Zahl der Chancen ebenso. Gleich elf gute Einschussmöglichkeiten erspielte sich der BVB in der ersten Hälfte: dreimal Lewandowski, dreimal Reus, zweimal Mchitarjan, Subotic per Kopf, Sahin freistehend aus neun Metern. Die beste Möglichkeit hatte Dortmunds bester Spieler Jakub Blaszczykowski, dessen Gewaltschuss die Latte erzittern ließ. Es war erstaunlich, dass Werder Bremen die Null halten konnte. Grotesk wäre es gewesen, hätte Arnautovic die einzige Bremer Chance verwandelt, doch der Schuss zischte am langen Eck vorbei.

Es war nur eine kurze Verschnaufpause für Werder, nach dem Seitenwechsel ging die wilde Fahrt in Richtung Bremer Tor ohne Unterlass weiter. Zehn weitere Minuten hielt das Bollwerk, dann war es geschehen: Pass von Reus auf Lewandowski und das überfällige 1:0 war gefallen. Es war das erste Gegentor für Werder in dieser Saison. Auch danach ging es nur in eine Richtung, doch Reus, Sahin, der eingewechselte Aubameyang und Lewandowski verpassten beste Gelegenheiten, das Ergebnis deutlicher zu gestalten. „1:0 zu Hause ist zu wenig“, sagte Torschütze Lewandowski. „Aber die besten Spiele kommen noch.“ Und neun Punkte aus drei Spielen sind so schlecht ja auch nicht. Im Moment stimmen in Dortmund ganz offenbar alle Zahlen. Felix Meininghaus

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