Sport : Allein gegen alle

Kevin Volland überzeugt bei Hoffenheims 2:1 gegen Mönchengladbach und erzielt ein wichtiges Tor.

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Ausgeguckt. Kevin Volland (Mitte) behauptet sich gegen die Gladbacher Verteidigung und erzielt das zwischenzeitliche 2:0 für die Hoffenheimer. Foto: dpa
Ausgeguckt. Kevin Volland (Mitte) behauptet sich gegen die Gladbacher Verteidigung und erzielt das zwischenzeitliche 2:0 für die...Foto: dpa

Sinsheim - Nach der 1:2 (0:1)-Niederlage bei der TSG Hoffenheim sprachen die geschlagenen Mönchengladbacher zwangsläufig über einen Mann beim Gegner, der mal wieder seine Fähigkeit als Spielentscheider nachgewiesen hatte. Sein Name: Kevin Volland. „Das weiß doch jeder: Kevin Volland ist einer, der das kann“, sagte beispielsweise Max Eberl, der Manager von Borussia Mönchengladbach. Die Gladbacher klangen, als würde ihnen genau so ein Spieler fehlen. Zumindest in der Rhein-Neckar-Arena war das sicher der Fall. Die Gäste waren die Mannschaft mit der erdrückenden Ballbesitzquote von 68 Prozent. Volland aber war der, der mit seinem Tor zum zwischenzeitlichen 2:0 das Spiel entschied.

Borussias Trainer Lucien Favre vermied es zwar, den Namen Volland zu erwähnen. Dennoch klang er, als gehe es nur um ihn. „Wir haben manchmal zu kompliziert gespielt“, sagte Favre. „Wir hatten mehr Ballbesitz, aber das ist nicht alles.“ Dass die Gladbacher bedrückt nach Hause fuhren, lag einerseits an den vielen vergebenen Chancen. Vor allem aber lag es an Volland.

Es gibt einige Spieler, die unter der Qualitätsstufe Hochbegabte laufen, Volland ist wie der Gladbacher Max Kruse einer davon. Volland aber produziert mit schöner Regelmäßigkeit Tore wie das 2:0. Allein gegen alle. Er ließ zum Schluss Filip Daems ins Leere laufen und überwand dann noch Torwart Marc-André ter Stegen mit einem raffinierten Schuss. Längst muss sich der 21-Jährige Fragen zur Nationalmannschaft gefallen lassen. „Ich habe noch nicht mit Joachim Löw über ihn gesprochen“, sagte Hoffenheims Trainer Markus Gisdol, obwohl es wohl langsam Zeit wäre. Vorerst möchte Gisdol in dieser Angelegenheit den „Ball flach halten“. Der TSG-Trainer braucht schnelle und technisch perfekte Spieler wie Volland für sein Konterspiel. Das gelang gegen Mönchengladbach – allerdings auch mit reichlich Glück in der Schlussphase. Trotzdem befand Gladbachs Coach Favre, der Gegner habe das gut gemacht.

Die Borussen hingegen machten aus ihren Chancen zu wenig, weshalb sie auch das dritte Auswärtsspiel der Saison verloren. Anders als der kaltschnäuzige Volland waren ihre Stürmer Kruse und Raffael nicht annähernd so entschlossen. Die Gladbacher zeigten sich schuldbewusst. Kapitän Filip Daems machte fehlende Aggressivität für die Niederlage verantwortlich. Das traf auch auf ihn selbst zu – vor dem 0:2. Dazu hatte der Belgier beim ersten Hoffenheimer Tor durch Anthony Modeste mit dem Pausenpfiff den Ball unhaltbar abgefälscht. Gladbach gelang nur noch der Anschluss durch eine Einzelleistung des eingewechselten Branimir Hrgota.

Eine Viertelstunde mussten die Hoffenheimer noch kräftig zittern. „Da haben wir auch Glück gehabt, aber wir haben das Ergebnis mit Leidenschaft verteidigt“, sagte Gisdol. Und dann war da ja auch noch Kevin Volland. Der sprach zwar vom „Kindheitstraum Nationalmannschaft“ und sagte gleich danach: „Keine Angst, ich hebe nicht ab, ich bin ein Teamplayer.“ Solche Leute werden auch in der Nationalmannschaft geschätzt. Oliver Trust

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