Sport : Aller schlechten Dinge sind drei Der SCC steht heute

gegen Moers unter Druck

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Foto: promo
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Berlin - Oben auf der Tribüne wartete schon die Mama. Und Mama war vor allem nicht allein, deshalb wollte Scott Touzinski gerne zu ihr. Denn Mama, Scott Touzinskis Frau, hatte das Baby dabei, drei Monate alt, der neue Lebensinhalt des US-Amerikaners. „Früher habe ich 24 Stunden am Tag an Volleyball gedacht, jetzt nur noch bis ich an die Haustür komme“, sagte der Außenangreifer. Aber jetzt stand er in der Sömmeringhalle, ein paar Minuten nach dem Europapokalspiel seines Klub SC Charlottenburg gegen Rzeszow, das polnische Spitzenteam, und sagte: „Dieses Spiel war eine wichtige Erfahrung für uns. Es hilft uns für das wichtige Spiel gegen Moers.“

Das wichtige Spiel gegen Moers findet heute statt, in Moers, und für den SCC ist es nicht bloß ein Bundesligaspiel. Es geht um die Frage, ob der SCC sich ein Tief ziehen lässt. Oder ob er eine Trotzreaktion zeigt. Das Spiel gegen Rzeszow hatte der SCC 1:3 verloren, er ist deshalb aus dem CEV-Pokal ausgeschieden, und für sich gesehen ist das keine allzu große Geschichte. Rzeszow ist eine Spitzenmannschaft, gegen sie kann man verlieren.

Das Problem ist, dass der SCC innerhalb von vier Tagen aus dem zweiten Wettbewerb rausgeflogen ist. In Haching verabschiedete sich der SCC nach einem 0:3 auch aus dem deutschen Pokal. „Wir konzentrieren uns voll auf die Bundesliga, es geht ja nicht anders“, sagte SCC-Trainer Mark Lebedew nach dem Rzeszow-Spiel.

Die Bundesliga ist jetzt die einzige Plattform, die der SCC besitzt, um sein Saisonziel zu erreichen. SCC-Manager Kaweh Niroomand hatte den Einzug in ein Finale als Ziel formuliert, in den Play-offs oder im Pokal. Das Moers-Spiel soll jetzt vor allem die Psyche der Spieler stabilisieren. Niroomand hat eine gewisse Angst, dass die Mannschaft nach diesen zwei Niederlagen psychische Probleme bekommt.

Eine Niederlage könnte eine fatale Kettenreaktion in Gang setzen, so ist die Befürchtung. Denn der einen Niederlage könnte die nächste folgen und dann noch eine, und dann wäre die souveräne Tabellenführung des SCC bald verblasste Geschichte. Die Berliner brauchen in dieser Saison einen zählbaren Erfolg, sonst werden sie im berlininternen Kampf um Zuschauer, Medien und Sponsoren in die Unauffälligkeit gedrängt. Vor allem seit die Füchse-Handballer durch ihre Erfolge zu einem noch stärkeren Konkurrenten aufsteigen.

Touzinski geht das Ganze allerdings ziemlich gelassen an. Gegen Rzeszow spielte der SCC eineinhalb Sätze lang auf höchsten Niveau, auch Touzinski spielte gut. „So stark waren wir in dieser Saison noch nie“, sagte er. Außerdem wird er ziemlich ausgeruht in Moers antreten. Klar, die Kleine schreit in der Nacht. „Aber schlaflose Nächte habe ich deshalb nicht. Meine Frau nimmt mir viel ab.“

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