Sport : Alles Allofs, oder was?

Werder verfolgt den Manager bis Wolfsburg.

Bitte lächeln. Klaus Allofs bei seiner Premiere auf der Wolfsburger Bank. Foto: dapd
Bitte lächeln. Klaus Allofs bei seiner Premiere auf der Wolfsburger Bank. Foto: dapdFoto: dapd

Sinsheim - Klaus Allofs konnte sich ein süffisantes Lächeln nicht verkneifen. „Was für ein Zufall“, sagte der 55-Jährige, nachdem er von Reportern auf die Torschützen angesprochen worden war, die am Sonntag für seinen ehemaligen Bundesliga-Verein getroffen hatten. Beim 2:1-Sieg des SV Werder Bremen gegen Fortuna Düsseldorf hießen diese: Nils Petersen und Kevin de Bruyne – zwei Allofs-Verpflichtungen also. Die Geste des Managers darf durchaus als eine Art Fingerzeig in Richtung der Werder-Oberen gewertet werden, die bei Allofs’ Abgang eher auf schwächere Transferentscheidungen hingewiesen hatten und nicht unbedingt auf seine Erfolge an der Weser.

Allofs hat in der vergangenen Woche bekanntlich den Arbeitsplatz gewechselt, nach einem in dieser Form beispiellosen Transfer inmitten der laufenden Spielzeit logiert er nun als Manager beim VfL Wolfsburg – und selbst bei seinem neuen Arbeitgeber wird er irgendwie von seiner Vergangenheit verfolgt, bei seiner Premiere als offizieller Wolfsburger allerdings auf angenehme Art und Weise. Dass gerade Naldo, bis zum Sommer sieben Jahre feste Größe in Bremens Innenverteidigung, nach den Toren von Makoto Hasebe und Bas Dost in Hoffenheim die Entscheidung zu Gunsten der Wolfsburger brachte, rundete den gelungenen Einstand des Managers ab: „Der Treffer passt zu den letzten Tagen, so wie auch der Sieg. Und was auch dazu passt, ist der Sieg von Werder Bremen“, sagte Allofs, der trotzdem ein wenig genervt schien von der fortwährenden Debatte um seinen Wechsel. Sein lapidarer Kommentar: „Ich gewinne gerne Spiele. Da ist es egal, ob ich letzte Woche woanders gesessen habe oder heute hier.“

Neben der Verschlankung des von Vorgänger Felix Magath auf 35 Profis aufgeblähten Kaders steht für Allofs beim VfL nun vor allem die feste Besetzung der Trainerposition an. „Wir werden keine schnellen Entscheidungen treffen. Aber das hat nichts mit Lorenz-Günther Köstner zu tun. Wir wollen etwas langfristiger denken und planen“, sagte Allofs nach dem dritten Sieg im vierten Spiel unter dem bislang als Interimslösung eingesetzten Lorenz-Günther Köstner. Selbst wenn Allofs einen anderen Trainer bevorzugen sollte: Nicht nur aufgrund der Ergebnisse ist es schwer, an Köstner vorbei zu kommen.

Torschütze Naldo sprach sich nach dem Sieg ausdrücklich für Köstner aus: „Er ist ein sehr guter Trainer. Er redet jeden Tag mit den Spielern, was sehr wichtig ist. Ich möchte, dass er weiter bleibt.“ Naldo ist glücklich – für Brasilianer erfahrungsgemäß ein wichtiger Zustand, um guten Fußball spielen zu können. Über Allofs’ Einstand sagte der 30-Jährige: „Klaus macht seine Sachen hier genauso wie in Bremen.“ Was im Wesentlichen bedeutet, direkt auf die Spieler zuzugehen und viel mit ihnen zu sprechen. Nach der Zeit des eisernen Schweigens eines Felix Magath dürfte das ein beruhigendes Gefühl für die Profis sein.

In Bremen geht unterdessen die Suche nach einem Nachfolger für Allofs weiter. Werders Aufsichtsratschef Willi Lemke will Ex-Profi Frank Baumann in diesem Fall eine zentrale Rolle zukommen lassen. „Ich bin mir ziemlich sicher, dass er eine wichtige Rolle spielen wird in den kommenden Tagen“, sagte Lemke in der Sendung „Sportclub“ des NDR-Fernsehens. „Die Frage ist, wie er seine Rolle sieht“, fügte der frühere Manager des Fußball-Bundesligisten hinzu.

Lemke kündigte an, in den nächsten Tagen eine Liste potenzieller Kandidaten abzuarbeiten. Neben Baumann gelten auch die Ex-Profis Marco Bode und Rune Bratseth als mögliche Nachfolger. Wunschkandidat Dietmar Beiersdorfer hatte den Bremern bereits abgesagt. Tsp/dapd

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