Sport : Alles andere als Routine

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Bewirbt sich Deutschland um die Olympischen Spiele 2012? Die Entscheidung fällt das Nationale Olympischen Komitee (NOK) heute auf seiner Mitgliederversammlung in Hamburg. NOK-Präsident Walther Tröger sieht darin "alles andere als eine Routinesitzung". Es bestehe aber "keine Gefahr für die Grundsatzentscheidung pro Olympiabewerbung". Um die Bewerbungen einzelner Städte geht es in Hamburg noch nicht. Bis zum 31. Dezember müssen dazu die formellen Zusagen vorliegen. Im April 2003 entscheidet das NOK dann über den deutschen Bewerber. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) kürt im Jahr 2005 den Ausrichter der Sommerspiele 2012.

Für die Entscheidung heute reicht die einfache Mehrheit der maximal 143 Stimmen. Teilnahmeberechtigt sind mit je einer Stimme neben den persönlichen Mitgliedern auch die Ehrenmitglieder des NOK und die Vertreter der 32 Olympischen Fachverbände für Sommer- und Wintersportarten (je drei Stimmen pro Fachverband), die damit bereits 96 Stimmen und eine Mehrheit in der Mitgliederversammlung halten. Die deutschen IOC-Mitglieder Walther Tröger, Thomas Bach und Roland Baar sowie der Präsident des Deutschen Sportbundes, Manfred von Richthofen, sind ebenfalls mit einer Stimme abstimmungsberechtigt.

Bisher haben sich mit Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Leipzig und Stuttgart fünf Bewerber gemeldet. Berlin hat signalisiert, auch noch in das Rennen einzusteigen. Sportstaatssekretär Thomas Härtel kündigte eine Entscheidung des Senats noch vor Weihnachten an. Gegen eine Berliner Bewerbung hat sich Michael Vesper, Sportminister Nordrhein-Westfalens, ausgesprochen, der aufgrund der finanziellen und politischen Lage Berlins forderte: "Es ist notwendig, dass sich Berlin zurücknimmt und einer anderen Region den Vortritt lässt - wie wir das 1993 auch alle gemacht haben, als sich Berlin für die Spiele 2000 beworben hat."

Nach einer Umfrage des Instituts Sport und Markt sind 85 Prozent der Deutschen für eine Olympiakandidatur. 39 Prozent der Olympiabefürworter sprechen sich für Berlins als Kandidat aus. In der Gunst folgen die Rhein-Ruhr-Region, Leipzig, Stuttgart, Frankfurt und Hamburg.

Für eine deutsche Kandidatur sprach sich gestern Klaus Kinkel, der sportpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, aus. "Die Olympischen Spiele in Deutschland könnten zum einem den deutschen Leistungssport wieder in die Weltspitze zurückführen. Zum anderen würden Tourismus und Wirtschaft enorm profitieren. Das Volk will, der Sport braucht und die Wirtschaft nutzt die Olympischen Spiele."

Die Olympiabewerbung der Rhein-Ruhr-Region erhielt gestern politische Unterstützung durch die SPD-Bundestagsabgeordneten aus Nordrhein-Westfalen. In einer Presseerklärung mit dem Titel "Olympia 2012 - Umfragen für Berlin, Fakten für NRW" sprachen sie sich für diese Region und gegen Berlin als Ausrichter von Olympischen Spielen aus.

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