Sport : Alles Banane

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Armin Lehmann über

die vielen Oliver Kahns

Er ist wahnsinnig und aggressiv. Er ist blind vor Ehrgeiz. UuUu-Uu – , er ist wie ein Affe, gebt ihm ’ne Banane! So war das mit Oliver Kahn, noch gar nicht so lange her. Da hat er Dortmunds Heiko Herrlich beinahe in den Hals gebissen und ist wie ein Kamikaze aus dem Tor gestürmt.

Dann ist er ein Sportsmann. Ein Titan. Er ist ein Vorbild, ein Musterprofi, er hat Hirn und Abitur. So war das mit Oliver Kahn, noch gar nicht so lange her. Da hat er diesen Satz gesagt: „Weiter, immer weiter, nie aufgeben.“ Die Bayern haben die Champions League gewonnen und sind in letzter Sekunde Meister geworden. Später führte der Olli uns ins WM-Finale. Und der kleine Patzer gegen Brasilien machte ihn so schön menschlich.

Er ist so gemein, einer, der seine schwangere Frau betrügt, der keine Manieren hat. Er ist abgehoben, eitel, arrogant. Er zeigt der Boulevardpresse den ausgestreckten Finger. Pfui! So ist das gerade mit Oliver Kahn. Aber das ist bald schon wieder lange her.

Oliver Kahn hat der FAZ gerade ein bemerkenswertes Interview gegeben. Er sagt darin, dass er seine Orientierung verloren habe. Er gibt Fehler zu und spricht über seine tiefe, persönliche Krise. Er ist weich in diesem Interview, sympathisch. Er sagt, er sei seinen moralischen und ethischen Ansprüchen nicht gerecht geworden.

Oliver Kahn, wer ist das?

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