Sport : Alles friert

22 Spieler und 51 000 Zuschauer überstehen das 0:0 zwischen Bayern und Schalke

Detlef Dresslein

München. Das Schönste war, dass keiner erfroren ist. Noch nicht mal Oliver Kahn, der in kurzen Hosen die meiste Zeit unbeschäftigt herumstand. Auch seine deutliche Sprache hatte unter den niedrigen Temperaturen nicht gelitten. „Das war einfach ein Scheißkick, Entschuldigung", sagte der Torwart des FC Bayern München, „wir dürfen auch nicht immer alles schönreden, denn das war heute nicht das, was wir uns erwartet haben.“ 0:0 endete das Bundesligaspiel zwischen dem FC Bayern und dem FC Schalke 04. Im Ergebnis wie im Spiel machte man dort weiter, wo man vor zehn Tagen im Pokal aufgehört hatte. Damals war in 120 Minuten kein Tor gefallen.

Torchancen waren diesmal vorhanden, aber viel zu wenige, als dass sich freudige Erwärmung hätte breitmachen können. Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld war zufrieden mit der Defensive, und auch Kollege Frank Neubarth von Schalke 04 bilanzierte, man habe „in der Abwehr sehr konzentriert gespielt". Das bedeutet meist Übles für die Zuseher. Die spektakulärste Szene des Spiels hatten noch die Schalker, als Oliver Kahn einen fulminanten Volleyschuss des Sven Kmetsch aus rund 30 Metern aus dem Torwinkel holen musste.

Ansonsten verteidigten die Schalker und auch die Bayern, die ihre Serie auf jetzt fünf Spiele hintereinander ohne Gegentor ausbauten. Und erinnerten sich vielleicht auch, wer ihnen überhaupt die letzte Heimniederlage in der Bundesliga zugefügt hatte: Der FC Schalke 04 im April 2001. Das sollte sich ja nicht wiederholen. Zur Halbzeit gab es dann endlich ein Feuerwerk, das jedoch wegen des Nebels leider keiner im Stadion sehen konnte. Das pyrotechnische Spektakel sollte zum Abschluss des Jahres ein Dank sein an die Fans. Ersatzweise hätten die Spieler in der zweiten Hälfte etwas Ähnliches nachliefern können. Was aber nicht passierte. „In der Bundesliga kann man keine Zauberfußball bieten, sondern man muss Punkte machen, um vorneweg zu marschieren. Alles andere wäre geisteskrank", sagte Uli Hoeneß. Der Manager beschwerte sich über den Gegner. „Die versuchen hier gar nicht mitzuspielen, stellen sich mit zehn Mann hintenrein und warten auf Fehler von uns."

So froren sich 22 Spieler und 51 000 Zuschauer dem Schlusspfiff entgegen. Ottmar Hitzfeld maulte vor allem an seinen Offensivarbeitern herum, die „zu wenig Bereitschaft gezeigt haben, noch einmal alles zu geben.“ Durch die verschenkten Punkte rückt die Konkurrenz wieder etwas näher an den Herbstmeister. Frank Neubarth konnte deshalb mit dem 0:0 besser leben als Hitzfeld. „Das war die richtige Antwort auf das Aus im UEFA-Cup", sagte Neubarth. Manager Rudi Assauer wollte denn auch mit dem abgelaufenen Halbjahr zufrieden sein, „bis auf einen Wettbewerb, in dem wir versagt haben“. Aber mit ihrem internationalen Abschneiden sind ja auch die Bayern nicht glücklich.

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