Sport : Alles hört auf sein Kommando

Weil Unions erfahrene Verteidiger verletzt sind, könnte Christoph Menz heute zum Abwehrchef werden

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Berliner unter sich. Beim Spiel zwischen Dresden und Union lieferten sich Christoph Menz und der gebürtige Berliner Marvin Knoll (vorne) oft harte Zweikämpfe. Foto: dpa
Berliner unter sich. Beim Spiel zwischen Dresden und Union lieferten sich Christoph Menz und der gebürtige Berliner Marvin Knoll...Foto: picture alliance / dpa

Berlin - Ein Zauderer, einer der lange mit dem Schicksal hadert, ist Christoph Menz nun wirklich nicht. Der Defensivspieler des 1. FC Union kann Dinge, die sich auf dem Fußballfeld ereignet haben, schnell vergessen. Keine schlechte Voraussetzung, denn wenn heute der Karlsruher SC ins Stadion An der Alten Försterei kommt (13 Uhr, live bei Sky), wird Menz mehr denn je einen freien Kopf brauchen.

Christoph Menz ist erst 22 Jahre alt, und könnte trotz der bescheidenen Erfahrung von gerade einmal 48 Zweitligaspielen heute zum Chef in der Berliner Innenverteidigung werden. In den vergangenen Wochen wurde der 1. FC Union von einer regelrechten Verletzungswelle heimgesucht. Zu den vier Spielern, die gegen Karlsruhe definitiv ausfallen, zählen neben Marcel Höttecke (Infekt) und Simon Terodde (Bänderriss) auch die beiden Innenverteidiger Ahmed Madouni (Knieverletzung) und Daniel Göhlert (Adduktorenzerrung). Und obwohl sich bei Christian Stuff die Diagnose Syndesmoseriss nicht bestätigte und der Verteidiger schon wieder mit der Mannschaft trainierte, ist nicht sicher, dass er spielen kann. Stuff selber beziffert seine Einsatzchancen auf „50 Prozent“.

Sollte Stuff nicht spielen können, würde Maurice Trapp in die Innenverteidigung rücken. Der hat es als 19-Jähriger bisher auf 55 Minuten Einsatzzeit in der Zweiten Liga gebracht, was Christoph Menz automatisch zum Chef der Innenverteidigung aufsteigen lassen würde. Sollte es soweit kommen, hätte Christoph Menz mit dieser Rolle kein Problem. Schließlich kennen er und Trapp sich aus dem Nachwuchsbereich. „Ich kenne die Position und auch meine Mitspieler, eine besondere Nervosität spüre ich nicht“, sagt Menz.

Angst hat er aber nicht, viel mehr überwiegt die Freude, zu spielen. Bisher lief die Saison nämlich wieder gut für ihn. Gegen 1860 München und Eintracht Frankfurt unterliefen Menz zwei grobe Fehler, die prompt zu Gegentoren führten. Nach dem Spiel in München setzte ihn Trainer Uwe Neuhaus zwei Mal auf die Bank, Menz reagierte verunsichert und patzte in Frankfurt erneut. Fehler wie diese sind eigentlich untypisch für Menz, der aus dem eigenen Nachwuchs kommend, in der vergangenen Saison den Durchbruch beim 1. FC Union schaffte. Von einem Formtief oder gar einer Krise will Menz nichts wissen. Er bezeichnet die Fehler zwar als „katastrophal“, sagt aber auch: „Ansonsten war es aber ok.“ Uwe Neuhaus hat die Aktionen mit Menz besprochen, er sagt: „Grundsätzlich habe ich Vertrauen in Christoph.“ Unions Trainer schätzt an seinem Spieler vor allem dessen Vielseitigkeit. Menz kann in der Viererkette rechts außen oder innen verteidigen. Auch die Position im defensiven Mittelfeld ist ihm nicht fremd. „Grundsätzlich fühle ich mich in der Mitte am wohlsten“, sagt Menz. „Dabei ist es egal, ob ich im Abwehrzentrum oder im Mittelfeld spiele.“

Die Rolle als zentraler Mann vor der Abwehr wird gegen Karlsruhe wohl wie gewohnt Markus Karl übernehmen, obwohl der sich unter der Woche mit Hüftbeschwerden plagte. Karl ist ein erfahrener Zweitligaspieler, im Notfall könnte er eingreifen, sollte Christoph Menz mit seiner Rolle als Abwehrchef überfordert sein.

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