Sport : Alles in Unordnung

Okoronkwos Vertrag bereitet Hertha Sorge

Ingo Schmidt-Tychsen

Berlin - Solomon Okoronkwo hebt die Schultern, dann die Arme. Ob er zum Bundesligastart am Samstag in Hannover wieder spielen werde, wurde der 18-Jährige gefragt. Er antwortet mit einem Achselzucken, einem Kopfschütteln. Herthas nigerianischer Stürmer will nichts mehr zu diesem Thema sagen. Der internationale Freigabeschein für Okoronkwo, der für Einsätze in der Bundesliga benötigt wird, ist bislang nicht bei Hertha eingetroffen. „Ich hoffe, dass wir den noch bekommen“, sagt Trainer Falko Götz. Vor ein paar Tagen hörte sich das optimistischer an. „Das kommt auf jeden Fall in Ordnung“, hatte Okoronkwo lächelnd gesagt.

Die Sachlage hat sich in den vergangenen Tagen etwas verändert. Hintergrund ist ein angeblicher Vertrag zwischen Solomon Okoronkwo und seinem alten Verein Gabros International, den Gabriel Chukwuma in der Hand haben will. Gabriel Chukwuma ist gleichzeitig Präsident von Okoronkwos ehemaligem Verein und Vizepräsident des nigerianischen Fußball-Verbandes. Den internationalen Freigabeschein will er nicht kostenlos erteilen. Seine ursprüngliche Forderung von 120000 US-Dollar hat er kürzlich erhöht. „Wir wollen 300000 Euro und 15 Prozent der zukünftigen Ablösesumme, Hertha bot nur 100000 Euro und zehn Prozent“, sagte Chukwuma der „BZ“. Den Vertrag hat Chukwuma an den Fußball-Weltverband Fifa geschickt, die nun prüfen wird, ob er echt ist. Solomon Okoronkwo hatte vergangene Woche noch versichert, keinen Vertrag unterschrieben zu haben.

Hertha BSC zeigt sich von diesen Forderungen überrascht. Derzeit befindet sich der Bundesligist in Verhandlungen mit dem nigerianischen Verband. „Ich kommentiere keine Details“, sagt Dieter Hoeneß zu dieser Frage. Okoronkwo war vor gut einem Jahr nach Berlin gekommen. Der Nigerianer zog in die Fußball-Akademie Herthas ein und erhielt im März diesen Jahres, als er 18 wurde, einen Vierjahresvertrag. Von einem älteren Vertrag wussten die Beteiligten damals nichts. Bei wem eventuelle Versäumnisse liegen könnten, ist bisher ungeklärt.

Das letzte Testspiel dieser Vorbereitung hat Hertha dafür mehr Freude gemacht. 17:0 gewannen die Berliner am Dienstagabend bei Eintracht Königs Wusterhausen. Artur Wichniarek, Nando Rafael und Ashkan Dejagah erzielten jeweils drei Tore für Hertha, Pal Dardai traf zweimal.

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