• Alles Mpenza, oder was? Ganz Gelsenkirchen feiert seinen zweiten Gastarbeiter aus Belgien

Sport : Alles Mpenza, oder was? Ganz Gelsenkirchen feiert seinen zweiten Gastarbeiter aus Belgien

Mit seinen Geniestreichen lässt Emile "Magic" Mpenza Schalke 04 wieder vom Uefa-Cup träumen - und seinen Manager kräftig durchatmen. "Die Jungs haben dem Riesendruck standgehalten - Hut ab, Hochachtung", lobte Rudi Assauer nach dem 3:0 (0:0)-Sieg der Königsblauen gegen den VfB Stuttgart seine Profis und gab zu: "Wenn wir das heute verklatscht hätten, dann hättest du sagen können: Sechster Platz ade." So hat der Uefa-Cup-Sieger von 1997 aber nach dem höchsten Sieg gegen die Schwaben in 60 Bundesliga-Duellen wieder das Saisonziel seines Managers im Visier: die Rückkehr auf die internationale Bühne. Der Abstand zu einem Europacup-Platz ist auf zwei Punkte zusammengeschmolzen - dank des belgischen 17-Millionen-Einkaufs Mpenza.

Zunächst brach der 21-Jährige mit einem Traumtor den Bann, als er nach einem langen Pass des überragenden Radoslav Latal mit einer einzigen Ballberührung Stuttgarts Torhüter Franz Wohlfahrt und dessen Vorderleute Jens Keller und Thomas Berthold düpierte und das Leder ins leere Tor schob (58.). Dann hämmerte der Jungstar den Ball nach einer Vorlage seines Stürmerkollegen Ebbe Sand zur Entscheidung in den Winkel (74.) - sein sechster Treffer im achten Bundesligaspiel. Den Schlusspunkt setzte Tomasz Waldoch (80.) mit seinem ersten Tor für die Königsblauen.

"Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich so schnell an die Bundesliga gewöhne", wunderte sich Mpenza selbst über den sensationellen Start seines Deutschland-Abenteuers und lobte gleich seine neuen Mitspieler: "Das Zusammenspiel vor allem mit Ebbe funktioniert hervorragend. Ich habe viel mehr Torchancen als in Belgien."

Landsmann Marc Wilmots, der seinen Nationalelf-Kollegen in der Winterpause an den Schalker Markt gelotst hatte, gab das Kompliment zurück: "Emile ist ein Weltklassemann, ein Glücksgriff. An ihm werden wir noch viel Freude haben." 33 230 begeisterte Fans hatten die am Samstag schon zum wiederholten Mal im vorher so trostlosen Parkstadion. Seit der Belgier die gegnerischen Abwehrreihen durcheinander wirbelt, ist der Selbstbedienungsladen für Gäste wieder zu einer Festung geworden: 10:2 Tore und zehn Punkte in vier Heimspielen 2000. Während Schalke dank neu erwachter Heimstärke wieder an den Europapokalplätzen schnuppert, herrscht in Stuttgart Frust. "Wir haben seit Weihnachten nur zwei Spiele gewonnen. Da ist die Stimmung im Keller", gestand Trainer Ralf Rangnick.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben