Sport : Alles neu, alles billiger: Ferrari stellt Formel-1-Auto vor

Mugello - So sieht sie aus, die neue Formel 1: Eine Garagentür öffnet sich, die Musik wird lauter, es folgen ein paar schnell geschnittene Bilder aus einer Werkshalle, einige Interview-Schnipsel vor einer roten Werbewand und Sekunden später enthüllen Felipe Massa und Kimi Räikkönen ein Auto. Mit diesem kurzen Internet-Videoclip hat Ferrari am Montag als erstes Formel-1-Team sein Auto für die WM 2009 vorgestellt. Im Zuge des Sparkurses aller Teams verzichtete der Konstrukteursweltmeister auf jeglichen Pomp vergangener Tage. „Das ist ein emotionaler Moment“, versicherte Vizeweltmeister Massa dennoch.

Kurz darauf durfte der Brasilianer im italienischen Mugello die Jungfernfahrt in seinem neuen Dienstwagen absolvieren, der in Anlehnung an Ferraris 60. Saison in der Formel 1 F60 heißt. „Wenn man das Auto das erste Mal auf die Strecke bringt, ist das ein ganz besonderes Gefühl“, sagte der Brasilianer. „Wir werden das Maximum geben, um zu gewinnen“, kündigte Teamchef Stefano Domenicali an.

Dabei setzen die Italiener erneut auf die Unterstützung von Rekordweltmeister Michael Schumacher. Der Ferrari-Berater, der 2006 seine aktive Laufbahn beendet hat, soll vor allem beim Umgang mit den Reifen sein Wissen einbringen. „Er hat neben unserem Testfahrer Luca Badoer viel Erfahrung mit den profillosen Slicks. Deshalb wird er ein wichtiger Bestandteil unseres Entwicklungsprogramms sein“, sagte Domenicali.

Massa sieht in Dauerrivale McLaren- Mercedes erneut den schärfsten Konkurrenten im Kampf um die WM-Krone. „Aber auch BMW arbeitet sehr hart und wird jedes Jahr stärker.“ Die Nervenschlacht des vergangenen Jahres habe ihn noch besser gemacht, versicherte der 27-Jährige. „Ich fühle mich erfahrener und stärker. Ich bin bereit für diese Saison“, betonte Massa mit Blick auf die Ende März in Melbourne beginnende WM. Domenicali aber warnte: „Wir haben keine Ahnung, wo wir stehen. Alles ist neu, und wir sind das erste Team mit einem neuen Auto.“

Optisch hat der Ferrari wegen umfangreicher Regeländerungen vor allem im Bereich Aerodynamik nicht mehr viel mit dem Vorjahresmodell zu tun und zeigt, wie die Formel 1 in diesem Jahr aussehen wird. „Das ist ein komplett neues Auto. Wir haben mit einem weißen Blatt Papier begonnen“, berichtete Technik-Direktor Aldo Costa. Der Frontflügel ist jetzt breiter, der Heckflügel schmaler, die Nase des Autos steht ungewöhnlich hoch. „Nach einer Weile gewöhnt man sich dran“, sagte Kimi Räikkönen. Felipe Massa ist ohnehin etwas ganz anderes wichtig: „Hoffentlich ist das Auto so schnell, wie es aussieht.“ dpa

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