Sport : Alles nicht so gemeint

Fabian Hambüchen relativiert seine Kritik am Deutschen Turner-Bund und konzentriert sich auf die anstehende Weltmeisterschaft.

Kienbaum - Sechs Tage vor Beginn der WM in Antwerpen hat Deutschlands Turnstar Fabian Hambüchen eingeräumt, nach dem Kampfrichterskandal beim Turnfest in Mannheim überreagiert zu haben. „Da sind Sprüche von mir gefallen, die aus der vollen Emotion kamen. Es war einfach eine blöde Situation, so wie es gelaufen ist“, sagte der Reck-Spezialist am Dienstag im Trainingslager in Kienbaum. Vor vier Monaten war Hambüchen bei den Deutschen Meisterschaften wegen eines Fehlers des Kampfgerichts um den Titel am Boden gebracht worden. Danach hatte der 25-Jährige schwere Vorwürfe gegen die Führung des Deutschen Turner-Bundes erhoben. „Das wird der DTB in einigen Nachspielchen noch zu spüren bekommen. Und einige Leute dort sollten sich mal überlegen, ob sie in ihren Positionen dort noch richtig sind“, hatte Hambüchen beim Turnfest erklärt.

Inzwischen scheint das Zerwürfnis beendet. „Es hat viele Gespräche erfordert, um die Wogen wieder zu glätten“, sagt er. Vergessen kann Hambüchen die aufgeladene Situation jedoch nicht. „Ich könnte mich auch heute immer noch reinsteigern, wenn ich daran denke.“ Von dem Kampfrichterfehler hatte in Mannheim sein WM-Teamkollege Matthias Fahrig profitiert, der zum Deutschen Meister am Boden gekürt worden war. „Matze und ich haben kein Problem miteinander. Aber ich hätte damals an seiner Stelle sicher anders gehandelt. So habe ich einen berechtigten Titel nicht erhalten“, sagt Hambüchen, der bei der WM in Antwerpen vom 30. September bis 6. Oktober als einziger Deutscher im Mehrkampf antritt. Auch sein Vater und Coach habe mit Fahrigs Trainer Uwe Ronneburg Frieden geschlossen, der nach Hambüchens berechtigtem Einspruch wegen einer nicht korrekten Boden-Note Formfehler zugunsten seines Athleten genutzt hatte. Fahrig sieht es gelassen: „Wenn die Kampfrichter einen Fehler machen, kann man mich nicht dafür verantwortlich machen.“ dpa

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