Sport : Alles nur Pech?

Erneut wird der 1. FC Union von großen Verletzungsproblemen heimgesucht

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Kurzer Schmerz. Halil Savran gehört zu den wenigen Gesunden bei Union.Foto: Imago
Kurzer Schmerz. Halil Savran gehört zu den wenigen Gesunden bei Union.Foto: ImagoFoto: IMAGO

Berlin - Der Sonnabend zählte zu den besseren Tagen dieser Woche für den 1. FC Union. Was nicht etwa daran lag, dass der Berliner Zweitligist beim vereinsinternen Blitzturnier gegen die U 23 (0:0) und die A-Junioren (4:0) zweimal ohne Gegentor blieb; viel mehr war es die Tatsache, dass sich bei den lockeren Trainingsspielen niemand verletzte.

Uwe Neuhaus konnte sich darüber trotzdem nur bedingt freuen, die jüngsten Ereignisse haben ihm die Laune scheinbar etwas verdorben. Und so wollte sich Unions Trainer dann auch nicht mehr äußern zu all den Verletzten in seinem Kader. Anfang der Woche hatte sich herausgestellt, dass Christian Stuffs Schmerzen im Sprunggelenk einen Syndesmosebandriss als Ursache haben. Der Verteidiger hatte nach dem Auswärtsspiel gegen Eintracht Frankfurt über Probleme geklagt und fällt nun voraussichtlich sechs Wochen aus. Am Donnerstag stieg John Jairo Mosquera im Training dann etwas zu beherzt gegen seinen Konkurrenten Simon Terodde ein, was einen Innenbandteilabriss im rechten Knie bei Terodde zur Folge hatte. Da auch Verteidiger Ahmed Madouni (Bänderdehnung) und Stürmer Silvio (Außenbandriss) schon länger fehlen, wurde bei Union intern wieder von „unglaublichem Verletzungspech“ gesprochen.

Aber ist es wirklich nur Pech, das die Köpenicker regelmäßig im Herbst heimsucht, oder stecken andere Gründe dahinter? Etwa zu hohe Trainingsbelastung oder verfrühtes Einsteigen nach Verletzungspausen? Bereits während der Hinrunde der vergangenen Saison hatte Union etliche Ausfälle zu beklagen. Der Tiefpunkt war das Spiel in Cottbus Mitte Dezember: Damals stellte sich die Mannschaft fast von allein auf, weil zehn Spieler verletzungsbedingt nicht mitmachen konnten.

„Ich habe auch noch nicht erlebt, dass so viele wichtige Spieler auf einmal ausfallen“, sagt Silvio, der am Sonnabend gemeinsam mit Ahmed Madouni individuell trainierte. Was seinen Einsatz im Heimspiel am kommenden Sonnabend gegen den Karlsruher SC (13 Uhr) angeht, ist der Brasilianer vorsichtig optimistisch. „Vielleicht kann ich spielen, mal sehen, was der Doktor sagt.“ Silvio hatte sich seine Verletzung im Spiel gegen Duisburg zugezogen. Auch Madouni, Stuff und zuvor Daniel Göhlert verletzten sich in den Punktspielen. „Das ist wirklich nur Pech, das passiert eben“, sagt Silvio. Ähnlich verhält es sich bei den zwischenzeitlichen Ausfällen von Christopher Quiring (Gürtelrose) und Patrick Zoundi (Malaria). Klassische Muskelverletzungen, die zum Beispiel auf eine überhöhte Trainingsbelastung schließen lassen könnten, sind bei Union eher selten. Lediglich John Jairo Mosquera oder Torhüter Marcel Höttecke haben damit des Öfteren zu tun, so auch in dieser Saison. Ansonsten unterscheidet sich Union in dieser Hinsicht nicht von anderen Teams der Zweiten Liga. Ob das für Trainer Uwe Neuhaus als Trost reicht, darf allerdings bezweifelt werden.

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