Sport : Alles umsonst

Der SCC  verliert das zweite Volleyball-Finalspiel gegen Friedrichshafen 2:3

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Déjà-vu. Wie schon am Sonnabend zeigte der SC Charlottenburg auch im zweiten Finalspiel gegen Friedrichshafen eine starke Leistung – und verlor denkbar knapp. Foto: Ottke
Déjà-vu. Wie schon am Sonnabend zeigte der SC Charlottenburg auch im zweiten Finalspiel gegen Friedrichshafen eine starke Leistung...Foto: Harald Ottke

Berlin – Um 21.45 Uhr spielte sogar Mark Lebedew mit. Der Ball war zu dem Trainer des SC Charlottenburg geflogen, Lebedew hielt seinen Arm raus und der Ball spritzte davon. Eine nette Szene, sie baute für einen Moment die enorme Spannung in diesem nervenaufreibenden Spiel ab. Es war Tiebreak, die entscheidende Phase im zweiten Finalspiel um die deutsche Volleyballmeisterschaft, es stand 5:5 in der Schmeling-Halle. Und am Ende bauten die mitgereisten Fans und die Spieler des VfB Friedrichshafen gestern Abend ihren Druck mit riesigem Jubel ab. Der Deutsche Meister gewann dieses Spiel 3:2 (25:22, 25:17, 23:25, 18:25, 9:15), 7111 Zuschauer sahen die enttäuschten SCC-Spieler, die nach einer kampfstarken Aufholjagd doch noch verloren hatten. Der VfB kann nun am Samstag in Friedrichshafen den Titelgewinn sicherstellen.

Gleich die erste Szene zeigte, dass der VfB Friedrichshafen keineswegs so selbstbewusst war, wie man ihn sonst kannte. Nach mehreren technischen Fehler flog der Ball ungefährlich zum SCC, eigentlich hätte Viktor Korzenevis ganz leicht annehmen müssen, doch dem sprang der Ball noch weg und ins Aus. Ein leichter Punktgewinn für die Gäste, doch der Eindruck, dass sie durchaus nervös waren, bestätigte sich in den nächsten Minuten des ersten Satzes. Stelian Moculescu, der Friedrichshafener Trainer, nahm beim Stand von 5:2 für den SCC eine Auszeit.

Allein, es wurde nicht besser, zeitweise führte der SCC sogar 12:8. Doch so ging es nicht weiter, der VfB fand langsam, aber sicher ins Spiel. Hidalgo Oliva hatte Probleme in der Annahme und wurde nun auch im Angriff abgeblockt, Friedrichshafen kam heran und hatte beim 12:12 ausgeglichen. Die Friedrichshafener Annahme stabilisierte sich, und Hidalgo Oliva fand nicht zu seiner gewohnten Gefährlichkeit zurück. Beim 20:19 lag der VfB erstmals in Führung, beim 22:22 ersetzte Janis Smedins Außenangreifer Hidalgo Oliva bei der Annahme. Doch der VfB hatte sich jetzt gefangen. Nach einem leichten Fehler des SCC gewann der Deutsche Meister den ersten Satz 25:22.

Der zweite Satz ähnelte zu Beginn dem ersten. Der SCC ging 4:1 in Führung, die Annahme von Friedrichshafen war nicht stabil. Als Scott Touzinsky den VfB-Block überlistete, da lag der SCC 9:5 in Führung. Doch wieder stabilisierten sich die Schwaben, der SCC verwertete seine Angriffsbälle zu wenig, und Friedrichshafen ging 10:9 in Führung. Sebastian Fuchs kam nun für Aleksandar Spirovski, es war der Beginn einer großen Rotation, am Ende des Satzes hatte SCC-Coach Mark Lebedew fast seine ganze Mannschaft ausgetauscht. Ein Zeichen dafür, dass der SCC zunehmend spielerisch seine Linie verlor.

Im dritten Satz stand dann wieder Lebedews Stammsechs auf dem Feld. Und offenbar hatte die Pause den Spielern gut getan. Denn nun wirkte der SCC wieder erheblich spritziger. Die Angriffe waren besser, die Annahme war es auch, keine Mannschaft konnte sich absetzen, aber der SCC lag die meiste Zeit in Führung. Und als dann Touzinsky und Korzenevics mit einem Zweierblock unter dem Jubel der Zuschauer den Satzball des SCC verwerteten, da schöpften die SCC-Anhänger wieder Hoffnung.

Zu Recht. Der SCC kam bemerkenswert zurück. Die Mannschaft bewies einen enormen Kampfgeist, kämpfte, Spirovski war stark im Angriff und servierte harte Sprungaufgaben, die Feldabwehr war gut, und Skach spielte sehr gut zu. Der SCC führte sogar 18:9. Als die Gäste noch mal auf 18:23 heran kamen, zitterten die Zuschauer zwar, doch mit zwei fast dämlichen Fehlern erlöste der VfB Friedrichshafen sie.

Im Tiebreak prägten Hidalgo Oliva und Spirovski mit ihren Aufschlägen und Angriffen das SCC-Spiel. Bis zum 5:5, bis der VfB eine Auszeit nahm. Dann kam der entscheidende Bruch ins SCC-Spiel. Da nützte auch Lebedews Einsatz nichts mehr.

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