Sport : „Alles wird härter“

Albas Präsident Dieter Hauert über die Finanzen des Vereins

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Wie geht es weiter mit Alba Berlin?

Im nächsten Jahr wird alles viel härter.

Warum, die neue Mannschaft ist doch jetzt eingespielt?

Aufgrund der konjunkturellen Lage wird es viel schwieriger, den neuen Etat aufzustellen. Uns stehen nicht mehr die wirtschaftlichen Mittel zur Verfügung wie in der Vergangenheit. Immer wieder höre ich in den Gesprächen mit den Sponsoren: Wir würden gerne, aber wir können nicht.

Wie plant man da die neue Saison?

Die Planungen sind zur Hälfte abgeschlossen. Die Trainer müssen jetzt sagen, wie sie sich die neue Mannschaft vorstellen, aber wir haben dieselben Lieblinge wie die Zuschauer auch. Wir müssen jetzt erst einmal eine ordentliche finanzielle Basis finden.

Wie sieht die aus?

Ziel ist es, den Etat dieser Saison (zwischen 4,5 bis fünf Millionen Euro, Anm. d. Red.) zu erreichen, aber wahrscheinlich müssen wir ihn um 10 bis 20 Prozent zurückschrauben.

Werden Sie deshalb an der Mannschaft sparen?

Nein, unsere Ersatzspieler waren in dieser Saison in Ordnung. In der Europaliga schwächten uns nur die vielen Verletzungen. Ohne starke Ersatzspieler, die von der Bank kommen, haben wir keine Chance, um in der Europaliga mitzuspielen. Deshalb wollen wir nicht an der Mannschaft sparen, sondern in der Geschäftsstelle. Dort haben wir ein Riesensparprogramm aufgelegt.

Keiner weiß, wie es in der Bundesliga mit dem Fernsehvertrag weitergeht und wie viel Geld sich in der Europaliga nach dem Ausstieg des zentralen Vermarkters Telefonica verdienen lässt. Wie kann man in dieser Situation einen Etat aufstellen?

Wir hatten solch ungewisse Situationen in der Vergangenheit öfter. Ich verhandele mit Marco Baldi (Albas Vizepräsident, Anm. d. Red.) über den Etat, und zu einem bestimmten Zeitpunkt sage ich: Ja, wir gehen das Risiko ein. Wenn wir dann mal am Ende über dem Etat lagen, konnten wir das immer mit Hilfe der Firma Alba oder mir kompensieren.

Aufgezeichnet von Benedikt Voigt .

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