Sport : Als das Kicken zur Kunst wurde

Pelé feiert am heutigen Sonntag seinen 65. Geburtstag

-

Der Name klingt schön, ist aber schon allein wegen seiner Länge nicht so recht eingängig: Edson Arantes do Nascimento. Doch hinter diesem Namen steht eine Kurzformel, reduziert auf vier Buchstaben, die wiederum Sinnbild ist für Fußball der Extraklasse. Edson Arantes do Nascimento – das ist Pelé, der Mann, den der Weltverband Fifa zum Weltfußballer des vergangenen Jahrhunderts erkoren hat. „Durch Pelé wurde der Fußball zur Kunst“, würdigte die Fifa in ihrem Jubiläumsbuch 1985 den brasilianischen Fußballer. Dieser Pelé, inzwischen als erfolgreicher Geschäftsmann überall auf der Welt unterwegs, feiert am heutigen Sonntag seinen 65. Geburtstag.

Pelé hat 1958 als 17Jähriger erstmals für sein Land bei einer Weltmeisterschaft gespielt. In Schweden war das. Mit seiner Nominierung hatte Brasiliens damaliger Nationaltrainer Feola ein feines Gespür bewiesen: Sechs Tore erzielte der junge Bursche in nur vier Spielen, Brasilien wurde Weltmeister. Und es war der Beginn einer großen Fußballkarriere. Dreimal insgesamt wurde Pelé mit Brasilien Weltmeister.

Pelé, geboren am 23. Oktober 1940 in Tres Coracoes, stammt aus einfachsten Verhältnissen. Schon als Siebenjähriger verdingte er sich als Schuhputzer, trug als Verkäufer von Nüssen zum Lebensunterhalt der Familie bei. Fußball spielte er nebenher, in Straßenmannschaften – wie so viele Kinder in Brasilien. Erst als 13-Jähriger begann er, im Verein zu kicken. Der brasilianische Jugendfußball war nicht gar so straff organisiert: Pelé stellte sich immer dort zur Verfügung, wo gerade mal ein Spieler gebraucht wurde. Sein Talent blieb nicht lange verborgen: 1955 holte ihn der FC Santos. Sein erstes Länderspiel für Brasilien be- stritt er am 7. Juli 1957. 1:2 verlor Brasilien das Prestigeduell gegen Argentinien. Torschütze für Brasilien: Pelé.

Seine Ballbehandlung ließ die Gegenspieler oft ratlos ins Leere laufen, dank seiner Spielübersicht gelangen ihm geniale Pässe, seine Aktionen wirkten stets leichtfüßig und elegant. Bis 1974 spielte Pelé beim FC Santos, schoss für den Klub in 1114 Spielen 1088 Tore. Zum Abschluss seiner Karrriere wechselte er noch mal zu Cosmos New York.

Dass Edson Arantes do Nascimento zu Pelé wurde, dahinter steckt eine Geschichte. Als kleiner Junge soll er einen Torhüter namens Bile verehrt haben, kam aber mit dessen Name nicht so recht klar und sprach ihn immer wieder falsch aus. Bile klang bei ihm wie – Pelé. Freunde schnappten das auf, und schon hatte Edson seinen Spitznamen weg. Wer sollte da ahnen, dass der Name Pelé mal zum Inbegriff des Weltklassefußballers werden würde? Tsp

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben