• Als erster deutscher Klub gewinnen die Münchner in der Champions League bei Real Madrid 4:2 (3:1)

Sport : Als erster deutscher Klub gewinnen die Münchner in der Champions League bei Real Madrid 4:2 (3:1)

Im Stile eines kommenden Champions hat der FC Bayern München das Tor zum Viertelfinale der europäischen Meisterklasse weit aufgestoßen. Mit dem 4:2 (3:1) bei Real Madrid gelang den großartig aufspielenden Bayern im 13. Anlauf der erste Europapokal-Erfolg einer deutschen Mannschaft im gefürchteten Bernabeu-Stadion seit 1966. Mehmet Scholl (21.), der überragende Stefan Effenberg (24.), Torsten Fink (39.) und Paulo Sergio (66.) krönten mit ihren Toren gegen "die Königlichen" die beste Saisonleistung des deutschen Meisters. Die Bayern bescherten ihrem scheidenden Libero Lothar Matthäus zum 100. Europacup-Spiel einen unvergesslichen Fußball-Abend und lösten die Spanier in der Champions League als Spitzenreiter der Zwischenrundengruppe C ab.

In der zweiten Halbzeit eines packenden und von beiden Seiten offensiv geführten Spiels vor 68 000 Zuschauern wurde Torhüter Oliver Kahn zum großen Rückhalt der Münchner, die nach Toren der Madrilenen durch Fernando Morientes (25.) und des stark aufspielenden Raul (48.) unter Druck gerieten, ehe Sergio letztlich alles klar machte.

Die Münchner strotzten vor Selbstbewusstsein, wirkten kombinationssicher und hatten mit Stefan Effenberg den Chef auf dem Platz in ihren Reihen. Praktisch alle gefährlichen Angriffsaktionen hatten ihren Ausgangspunkt bei dem 31-jährigen Regisseur, der die Vorgabe von Trainer Ottmar Hitzfeld ("Er wird unser wichtigster Mann im Mittelfeld sein") auf dem Rasen perfekt umsetzte. Von seinen Pässen profitierten vor allem Paulo Sergio und Giovane Elber. Der spanische Rekordchampion wurde von den Bayern regelrecht entzaubert.

Die erste Viertelstunde stand ganz im Zeichen des brasilianischen Sturmduos Sergio/Elber, die die schwerfällige Real-Abwehr um Fernando Hierro ein ums andere Mal überliefen. Sergio (3./4.) und Elber (12.) brachten den Ball aber trotz günstiger Schussposition an dem 16 Jahre alten Real-Keeper Iker Casillas vorbei. Die verdiente Gäste-Führung gelang schließlich Scholl, der eine Kombination zwischen Effenberg und Elber im Solo abschloss. Drei Minuten später besorgte Effenberg die Vorentscheidung, als er einen Freistoß aus 22 Metern in Mario-Basler-Manier verwandelte.

Das Anschlusstor durch Morientes, der nach einem Lattenschuss von Raul unbedrängt einköpfen konnte, brachte die Bayern nur für kurze Zeit aus dem Rhythmus. Sechs Minuten vor der Halbzeit schloss Fink die schönste Kombination mit dem dritten Münchner Treffer ab, als er einen von Elber mit der Hacke vorgelegten Ball aus 18 Metern flach ins Tor der Gastgeber jagte. Mit Ovationen feierten die mitgereisten 1 700 Bayern-Fans ihre Mannschaft zur Halbzeit, doch Real fand über den Kampf noch einmal ins Spiel zurück. Nach dem 2:3 durch Raul, der eine Flanke von Roberto Carlos unbehelligt einköpfen konnte, gerieten die Münchner plötzlich mächtig unter Druck und fanden nur noch selten die Möglichkeit zu Entlastungsangriffen.

Um so wichtiger war in dieser etwas kritischen Phase der vierte Treffer durch Sergio, der einen Eckball von Scholl per Kopf ins Real- Tor dirigierte. Vorausgegangen war ein Freistoß von Effenberg, den Casillas soeben mit den Fingerspitzen um den Pfosten lenken konnte.

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