Sport : Als Füße noch lümmelten Ein Buch über die Urzeit

des deutschen Fußballs

Stefan Hermanns

In Anlehnung an ein bekanntes Bonmot könnte man für das Jahr der Fußball-Weltmeisterschaft sagen: „Es ist schon alles über Fußball geschrieben worden – nur noch nicht von allen.“ Nie zuvor sind so viele Fußballbücher auf den Markt gekommen wie seit dem Sommer, und daran wird sich auf absehbare Zeit nichts ändern. Dass nicht alles wirklich neu ist, liegt in der Natur der Sache. Es gilt auch für „Fußlümmelei“, das sich mit der Urzeit des Fußballs in Deutschland beschäftigt. Auch dieses Sujet ist schon das eine oder andere Mal behandelt worden, trotzdem hebt sich das Buch, auch wegen der zum großen Teil unbekannten historischen Fotos und Illustrationen, positiv von der Masse der Neuerscheinungen ab.

Die Autoren erzählen die teils skurrile Entstehungsgeschichte des Fußballs, mit deutlichem Schwerpunkt auf die Entwicklung in Berlin. Sie erinnern an die Widerstände, an die Pioniere und an etwas in Vergessenheit geratene Disziplinen wie Fußballweitstoßen und Dreibeinlaufen. Und obwohl die weitgehend aus Quellen gewonnenen Erkenntnisse um fiktionale Elemente ergänzt wurden, muss sich niemand vor guidoknoppartiger Geschichtsschreibung fürchten.

— Michael Broschkowski, Thomas Schneider: „Fußlümmelei“. Als Fußball noch ein Spiel war. Transit. 127 Seiten, 14,80 Euro.

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