Sport : Als Fußballer gefeiert, in Auschwitz ermordet

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Am 10. April 1933 erfährt Julius Hirsch aus der Zeitung, dass er in Deutschland nicht mehr erwünscht ist: Die süddeutschen Klubs haben beschlossen, jüdische Mitglieder aus ihren Reihen auszuschließen. Hirsch schreibt daraufhin einen Brief an seinen Verein Karlsruher FV, in dem er „bewegten Herzens meinem lieben KFV meinen Austritt“ anzeigt. Von da an erleidet er alle Stufen der nationalsozialistischen Verfolgung. 1943 wird er nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Hirsch war der erste jüdische Fußballer, der das deutsche Nationaltrikot getragen hat, und ein Star seiner Zeit. Vor dem Ersten Weltkrieg bestritt er sieben Länderspiele und wurde zweimal Deutscher Meister. An sein Schicksal erinnert der Deutsche FußballBund (DFB) künftig mit dem Julius- Hirsch-Preis. Erster Preisträger der mit 20 000 Euro dotierten Auszeichnung ist der FC Bayern München , der für sein „enormes gesellschaftspolitisches Engagement“ geehrt wird. Die Bayern hätten auch „zu den letzten Vereinen gehört, die von den Nazis gleichgeschaltet werden konnten“, sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger. sth

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