Sport : „Als Neuer wird man nicht sofort akzeptiert“

Darin Olver und Barry Tallackson über ihre Startschwierigkeiten bei den Eisbären

Darin Olver, 26, und Barry Tallackson, 28, wechselten vor der Saison gemeinsam von den Augsburger Panthern zu den Berliner Eisbären. Foto: Engler
Darin Olver, 26, und Barry Tallackson, 28, wechselten vor der Saison gemeinsam von den Augsburger Panthern zu den Berliner...Foto: Fotoagentur-Engler

Herr Olver, Herr Tallackson, auf dem Eis harmonieren Sie sehr gut. Machen Sie auch sonst viel gemeinsam?

DARIN OLVER: Wir verbringen viel Zeit miteinander, auch im Sommer, wenn wir in den USA sind. Wir leben beide in derselben Stadt, in St. Paul in Minnesota. Hier in Berlin wohnen wir in einem Haus mit anderen Spielern aus der Mannschaft und gehen jeden Tag zusammen essen.

BARRY TALLACKSON: Darin ist ein guter Kumpel. Letztes Jahr haben wir häufig Beachvolleyball gespielt – da schickt er mich dann immer ans Netz, weil ich so groß bin. Wir gehen manchmal auch abends zusammen weg. Aber wir haben ja normalerweise nur am Sonntag Zeit. Vom richtigen Berliner Nachtleben bekommt man da nicht so viel mit.

Sie sind vor der Saison von den Augsburger Panthern zu den Eisbären gewechselt. Haben Sie sich schon im Team zurechtgefunden?

OLVER: Es ist natürlich immer schwer, in eine neue Mannschaft zu kommen, vor allem, wenn es dort einen so starken Kern gibt wie bei den Eisbären. Wenn sich 20 Spieler schon kennen und nur vier Neuzugänge kommen, muss man sich erst einmal anpassen. Es gibt hier eine verschworene Gemeinschaft, als Neuer wird man nicht sofort akzeptiert. Aber wir wurden schon gut aufgenommen.

TALLACKSON: In Augsburg war das anders. Da wurde jede Saison ein völlig neues Team zusammengestellt. Hier gibt es eine feste Kerngruppe, die schon viel gewonnen hat und weiß, was von ihr erwartet wird.

Fühlen Sie sich noch als Außenseiter?

TALLACKSON: Die anderen haben uns das Gefühl gegeben, willkommen zu sein, und uns viel gezeigt. Und wir versuchen unsererseits, Sachen zu ändern und uns auf das Team einzustellen.

Wie haben denn die dienstälteren Berliner Spieler auf Ihren guten Start reagiert?

OLVER: Ich glaube nicht, dass da jemand neidisch ist. Natürlich hätten wir uns aber einen besseren Start für das gesamte Team gewünscht.

Nach zwei Auftaktsiegen kassierten die Eisbären Niederlagen gegen Mannheim und Iserlohn. Drückte das kleine Zwischentief auf die Stimmung im Team?

OLVER: Nein, die Chemie in der Mannschaft ist generell sehr gut. Das liegt auch daran, dass viele Spieler sich schon lange kennen und miteinander befreundet sind.

Was hat Trainer Don Jackson geändert?

OLVER: Wir wussten, das wir im Über- und Unterzahlspiel besser werden mussten. Wenn man da unterlegen ist, kann man kein Spiel gewinnen.

TALLACKSON: Wir haben im Training vor allem an Details in der Defensivarbeit gefeilt. Das hat sich ausgezahlt und in den folgenden Spielen gegen Straubing und Hannover, die wir gewonnen haben, den Unterschied ausgemacht.

Also haben die Eisbären jetzt ihre Fehler korrigiert?

TALLACKSON: Ich glaube, wir waren nie wirklich vom Kurs abgekommen. Es war nur zwischendurch ein wenig holprig.

Hatten Sie erwartet, als Neulinge gleich so erfolgreich zu sein? Ihre Angriffsreihe ist bisher die mit Abstand effektivste.

TALLACKSON: Wir sind es gewohnt, uns jedes Jahr neu anzupassen. Daher ist das keine große Sache. Aber wir passen auch gut zu den Spielern, die schon da waren.

OLVER: Wir haben das Glück, mit Klasseleuten zusammenzuspielen, die hier schon fünf Titel gewonnen haben. Das macht es für uns viel einfacher.

Dennoch waren Sie bisher die Schlüsselspieler bei den Eisbären.

TALLACKSON: Alle tragen zum Erfolg bei, wir sind nur Teile eines Puzzles.

OLVER: In Augsburg hatten wir die ganze Verantwortung. Wir mussten treffen, damit die Mannschaft ein Spiel gewinnt. Hier ist der Druck für uns beide nicht so groß. Es ist angenehm, dass sich die Erwartungen nicht so sehr auf uns konzentrieren. In Augsburg waren unsere Scorerquoten sowieso unrealistisch hoch, wir waren sehr lange auf dem Eis, bei jedem Powerplay dabei. Das ist hier zum Glück anders.

Für Sie ist der Druck also geringer geworden. Wächst dafür nun der Druck auf die Mitspieler, die in dieser Saison noch nicht so erfolgreich waren wie Sie?

OLVER: Wenn die Mannschaft gewinnt, ist natürlich alles einfacher. Wenn wir verlieren, stehen alle unter Druck. Dann müssten auch die, die getroffen haben, noch häufiger treffen.

Das Gespräch führten Jan Schröder und Katrin Schulze.

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