Sport : Alte Meister

Friedhard Teuffel

Wenn Erfolg so leicht wiederholbar wäre, dann wird hiermit Nigeria zum Geheimfavoriten für die Fußball-WM 2010 ernannt. Die neue sportliche Leitung muss doch einfach wissen, wie gewonnen wird, so viele Titel, wie sie schon geholt haben. Denn Nigerias Fußball wird künftig von einem Triumvirat gelenkt, von Weltmeister Berti Vogts, von Weltmeister Thomas Häßler und von Nicht-Weltmeister, aber immerhin Europapokalsieger Uli Stein. Es kann also eigentlich nichts mehr schiefgehen, wenn Vogts gemeinsam mit seinem Erfolgssicherheitspersonal künftig auf Länderspielreisen geht.

Natürlich werden schnell die Kritiker auftauchen und an eine Episode bei Bayer Leverkusen erinnern. Das sollte schließlich auch einmal eine ganz tolle Geschichte werden. Da hatte Berti Vogts einst etwas Neues eingeführt. Lange bevor Jürgen Klinsmann an Fitnesstrainer und Sportpsychologen dachte, führte Vogts in Leverkusen das Ressortprinzip ein und holte sich gleich drei Profis in sein Kabinett: Pierre Littbarski, Toni Schumacher und Wolfgang Rolff. Jeder sollte für einen Bereich zuständig sein.

Der neue Littbarski Nigerias ist auch ein Berliner, Thomas Häßler, und der neue Schumacher heißt Stein. Es fehlt also nur noch der neue Rolff. Dass das Leverkusener Modell damals gescheitert ist, kann für Vogts jetzt nur ein Ansporn sein. Denn es zeichnet einen Vordenker aus, dass er sich auch von einem zwischenzeitlichen Scheitern nicht beirren lässt. Vielleicht wird Vogts und Nigeria also etwas ganz Großes gelingen – mit der ersten Viererbande des Weltfußballs.

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