Sport : Alter Fuchs

Mit Torwart Krieter, 42, erreichen die Berliner Handballer die nächste Cuprunde gegen Magdeburg

Hartmut Moheit

Berlin - Mit hochrotem Kopf und schweißgebadet begab sich der 42-jährige Michael Krieter am Samstag in die Umkleidekabine der Bruno-Hinz-Halle in Bernburg. „Pumpe“, wie Krieter in der Handballszene nur genannt wird, pumpte nach Luft. „Ich bin happy“, sagte der ehemalige Nationaltorhüter nach seinem 448. Einsatz bei einem Erst- oder Zweitligisten. Im DHB-Pokalspiel bei Anhalt Bernburg stärkte er beim 22:21 in der entscheidenden Phase den Füchsen Berlin den Rücken. Mit zwei gehaltenen Siebenmetern und Paraden gegen frei zum Wurf gekommene Bernburger, sicherte Krieter das Weiterkommen in die zweite Pokalrunde. Die Aufgabe wird dann viel schwerer, mit dem SC Magdeburg kommt am 28. September ein Erstligist nach Berlin.

Eigentlich hatte der Kieler, der 15 Jahre beim THW spielte, bei den Berliner eine andere Aufgabe übernommen, aber nach dem Ausfall von Stammtorhüter Carsten Ohle ließ er sich zu dem etwa 15-minütigen Einsatz überreden. Krieter hatte 2003 seine Karriere beendet, nun will er im Umfeld der Füchse für Aufschwung sorgen. „Wir sind dabei, ein Netzwerk aufzubauen, in das Michael Krieter mit seinen Fähigkeiten und Kontakten integriert ist“, beschreibt Manager Bob Hanning dessen vorrangige Aufgabe. Dass nach dem Erfolg gegen den Zweitligakontrahenten, bei dem Krieter aus Sicht von Trainer Jörn-Uwe Lommel „den Punkt aufs I gesetzt“ hat, einiges leichter geht, ist ein vorher höchstens erhoffter Nebeneffekt.

Die Füchse Berlin sind immer noch am Anfang eines langen Weges zu einem Profiteam, das in zwei, spätestens drei Jahren in der Ersten Liga spielen soll. „Was wir in sechs Wochen erreicht haben, darauf lässt sich nun mit einem Erfolgserlebnis aufbauen“, urteilt Lommel. „Wir haben auswärts gewonnen, sind auch bei Rückständen nicht nervös geworden und haben Kampfgeist bis zum Schluss gezeigt.“

In Deckung und Angriff klappte vieles sehr ordentlich, wenn auch einige technische Fehler und Wurfschwächen sichtbar wurden. Über Verstärkungen wird man bei den Füchsen bald nachdenken müssen, denn zu viel lastet auf den von TuSEM Essen gekommenen Nationalspieler Christian Rose. Was wird, wenn er mal ausfallen sollte? Ein Ebenbild zu Michael Krieter auf dem Feld, wird so schnell nicht zu finden sein.

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