Sport : Alter Kampfgeist im neuen Leben

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Eine traurige Stimmung soll heute erst gar nicht aufkommen. Professor Walter Schaffartzik und sein Team im Unfallkrankenhaus in Marzahn haben sich vorgenommen, den 35. Geburtstag von Alessandro Zanardi mit kleinen Geschenken ein wenig zu verschönen. Ein paar italienische Süßigkeiten wird Zanardi bekommen, dazu ein Buch über Berlin in der Landessprache des Mannes aus Bologna und ein Video über die Klinik, in der er seit über vier Wochen liegt. Der Professor nennt das eine Geste für einen Mann, der "so optimistisch in die Zukunft schaut, für den das Glas nicht halb leer, sondern nur halb voll ist." Der schlimme Unfall am 15. September auf dem Eurospeeway Lausitz, bei dem Zanardi beide Beine und fast auch sein Leben verlor, hat an der Einstellung des zweimaligen Champ-Car-Champions zum Leben nichts geändert. "Ich war immer Optimist", sagt er, "das wird auch in meinem zweiten Leben so sein."

Kraft hat ihm vor allem seine Frau Daniela gegeben, die gestern beim Tagesspiegel anrief und sich auf diesem Wege für die Hilfe bedankte. "Es waren viele, die hinter uns standen. Das hat uns so sehr geholfen. Jetzt sehnen Alex und ich uns nur danach, endlich wieder in unserer Wohnung in Monta Carlo sein zu können", offenbarte sie. Der Doktor hat bereits signalisiert, dass es Anfang der kommenden Woche so weit sein könnte.

"Die Zukunft von Herrn Zanardi wird eine mit Prothesen und einem Stock sein, aber der Rollstuhl wird ebenfalls nie fehlen dürfen", sagt der 49-Jährige. Er selbst, einst Basketballer beim Alba-Vorgänger Charlottenburg, hat Alessandro Zanardi bei der Rückkehr ins normale Leben begleitet. Bei Albas Europaligaspiel gegen Piräus war er mit ihm in der Halle. "Das war für ihn nicht leicht, im Rollstuhl und ohne Beine, aber so wichtig", erzählt der Professor.

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