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Simunic und Fathi könnten in Hamburg ausfallen – es wäre kein allzu großes Problem, weil Hertha einige gute Defensivspieler hat

Ingo Schmidt-Tychsen

Berlin - Josip Simunic und Malik Fathi waren gestern Nachmittag für kurze Zeit einfach verschwunden. Die Verteidiger des Fußball-Bundesligisten Hertha BSC joggten mit Konditionstrainer Carsten Schünemann über den Schenckendoffplatz. Dann waren sie plötzlich weg. Erst kurze Zeit später tauchten sie aus dem dichten Nebel auf Herthas Trainingsgelände wieder auf. Ähnlich verhält es sich vor dem Bundesligaspiel beim Hamburger SV am Samstag: Es ist noch ungewiss, ob beide zu sehen sein werden.

Innenverteidiger Simunic leidet unter einer Zehenkapselprellung und einem Magen-Darm-Infekt. Er wird wohl nicht spielen können. Für Malik Fathi stehen die Chancen auf einen Einsatz etwas besser. Der 22-Jährige zog sich im Spiel gegen Bayer Leverkusen am vergangenen Sonntag einen Bluterguss in der Wade zu, ist aber „optimistisch, trotzdem dabei sein zu können“.

Dieter Hoeneß ist ebenfalls optimistisch, auch für den Fall, dass Fathi und Simunic nicht mitspielen können. „Wir können mit dieser Situation sehr gut umgehen“, sagt der Manager. Die große Stärke des Berliner Kaders, der auf den meisten defensiven Positionen breit aufgestellt und doppelt besetzt ist, käme in diesem Fall zum Tragen.

Für Josip Simunic würde Alexander Madlung wohl in die Innenverteidigung rücken. „In Genua hat er gezeigt, dass er sich nahtlos einfügen kann“, sagt Hoeneß. Dort hatte Madlung den mit einer Gehirnerschütterung pausierenden Dick van Burik ersetzen müssen. Hertha kassierte kein Gegentor. Um Malik Fathi zu ersetzen, müsste Trainer Falko Götz seine Mannschaft schon ein wenig mehr umstellen. Der brasilianische Nationalspieler Gilberto, der nach seinem Anriss des Syndesmosebandes in Leverkusen (2:1) sein Comeback gefeiert hat, würde aus dem Mittelfeld nach hinten gezogen werden. „Und Boateng würde dann ins linke Mittelfeld rücken, während Thorben Marx die Position Boatengs übernimmt“, erklärt Hoeneß, überlegt einen Moment und sagt dann: „Aber das ist nur eine Möglichkeit. Auch Neuendorf oder Cairo könnten zum Einsatz kommen.“

Besonders im Mittelfeld hat Hertha BSC eine große Auswahl an starken Spielern. Das könnte am Samstag gegen den HSV ein entscheidender Vorteil der Berliner sein. Beim Tabellenzweiten fällt möglicherweise Raphael Wicky aus, David Jarolim und Rafael van der Vaart können definitiv nicht eingesetzt werden, adäquat ersetzen kann Hamburgs Trainer Thomas Doll sie in keinem Fall. Zwar würde Hertha die Ausfälle von Niko Kovac, Gilberto und Yildiray Bastürk auch nicht ohne Qualitätsverlust wegstecken können, doch Falko Götz hätte für diesen Fall mehr Alternativen als sein Gegenüber Doll. Für den HSV werden am Samstag möglicherweise der 21-jährige Charles Takyi, der 19-jährige Reto Ziegler und der 21-jährige Alexander Laas auflaufen. Alle drei gelten als Talente, doch hatten sie bislang kaum Gelegenheit, ihren Ruf zu bestätigen.

„Die ganzen Ausfälle bei den Hamburgern könnten ein großer Vorteil für uns sein“, sagt Malik Fathi. „Sie könnten aber auch zum Nachteil werden, wenn wir die Mannschaft unterschätzen.“ Fathi sprach es und verschwand in der Mannschaftskabine.

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