Sport : Am Berg besiegt

Spanier Cobo übernimmt Führung bei der Vuelta

Foto: AFP
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Alto de L'Angliru – Juan José Cobo hat Bradley Wiggins bei der letzten schweren Bergankunft der Spanien-Rundfahrt vom Thron gestürzt und dem Briten womöglich auch den Gesamtsieg weggeschnappt. Der Spanier gewann die 15. Vuelta-Etappe auf dem Alto de L'Angliru und übernahm das Rote Trikot des bis dahin Gesamtführenden Wiggins. In der dritten Woche stehen vor dem großen Finale in Madrid am 11. September keine Etappen im Hochgebirge mehr an, womit Cobo der größte Sieg der Karriere kaum noch zu nehmen sein dürfte.

„Warum soll ich nun nicht gewinnen? Es ist natürlich noch weit bis Madrid, aber ich habe ein starkes Team. Jetzt genieße ich erstmal den Augenblick. Ich werde im Roten Trikot mein Bestes geben“, sagte Cobo.

In der Gesamtwertung liegt der Spanier nun 20 Sekunden vor Wiggins' Sky-Teamkollegen Christopher Froome. Der gebürtige Kenianer erhielt von seinem schwächelnden Kapitän grünes Licht, hat aber durch die mäßig schwere letzte Woche nur noch geringe Chancen auf den Gesamtsieg. Wiggins hat als Gesamtdritter 46 Sekunden Rückstand auf Cobo.

Eine dreiköpfige Ausreißergruppe um den Berliner Simon Geschke (Skil-Skimano), die sich bereits nach rund 30 km formierte, hatte lange Zeit das Rennen bestimmt und über fünf Minuten Vorsprung heraus gefahren. Geschke wurde als letzter Flüchtling am vorletzten Berg gestellt. Auf dem bis zu 23 Prozent steilen Schlussanstieg, an dem die Motorräder der Fernsehkameras reihenweise umkippten, griff Cobo Wiggins bereits zehn Kilometer vor dem Ziel an. Der Brite, der bei der Tour de France auf der siebten Etappe mit einem Schlüsselbeinbruch ausgeschieden war, fuhr seinen Rhythmus weiter. Wenige Kilometer vor dem Ziel erlitt Wiggins jedoch einen Einbruch und Cobo ließ sich den Sieg nicht mehr nehmen. dapd/sid

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