Sport : Am Ende doppelt bitter

Alba Berlins Basketballer unterliegen dem FC Bayern München und ihrem Ex-Trainer Svetislav Pesic deutlich mit 61:79.

Allein gegen München. Heiko Schaffartzik war noch bester Berliner. Foto: Eibner
Allein gegen München. Heiko Schaffartzik war noch bester Berliner. Foto: EibnerFoto: Eibner Pressefoto

Berlin - Eine Minute vor Spielende wollte Svetislav Pesic den Moment auskosten. Der Basketball-Trainer des FC Bayern München klatschte seine Spieler, Co-Trainer und Teambetreuer der Reihe nach ab, dann winkte der 63-Jährige strahlend ins Publikum. Pesic hatte allen Grund zur Freude, seine Mannschaft besiegte Alba Berlin am Sonntag mit 79:61 (30:37). Es war der erste Sieg für die Münchner überhaupt gegen die Berliner, die das sechste Auswärtsspiel in Folge verloren und weiter im Formtief stecken. „Wir haben heute einfache Dinge vermissen lassen, wie auch das Selbstvertrauen einiger Spieler“, sagte Alba-Trainer Sasa Obradovic. „Wir stecken in einer schwierigen Zeit, aber das soll keine Entschuldigung sein.“

Obradovic hatte Heiko Schaffartzik anstelle von Dashaun Wood in die Startaufstellung beordert, bei den Gastgebern standen zu Spielbeginn in Steffen Hamann, Demond Greene, Jan Jagla und Robin Benzing gleich vier Deutsche auf dem Feld. Benzing war es auch, der die Anfangsphase des Spiels bestimmte: Der Nationalspieler war im Angriff der Münchner nicht zu stoppen. Als der 24-Jährige per Dreier zum 16:6 traf, musste Obradovic seine erste Auszeit nehmen.

Auch nach der Ansprache ihres Trainers fanden die Berliner nicht wirklich ihren Rhythmus, die intensive Verteidigung der Bayern zwang Alba zu vielen Ballverlusten. Der lustlos -wirkende Topscorer Deon Thompson war erneut ein Schatten seiner selbst und kam am Ende nur auf sechs Punkte und zwei Rebounds. Weil aber auch die Münchner nicht gut aus dem Feld trafen und Probleme mit der Zonenverteidigung der Berliner hatten, blieben die Gäste bis zum Halbzeitstand von 37:30 für München in Reichweite.

Die Berliner kamen aggressiver aus der Pause, Obradovic blieb bei der sonst von seiner Mannschaft selten gezeigten Zonenverteidigung. Mit sechs Punkten in Folge kam Alba heran, nach zwei Dreipunktewürfen ihres besten Werfers Heiko Schaffartzik (21 Punkte) lagen die Berliner sogar 42:40 in Führung. Benzing hielt sein Team seinerseits mit zwei Dreiern im Spiel. Bis zum Ende des dritten Viertels waren die Gastgeber wieder auf 53:47 davongezogen. Jetzt rächte es sich, dass bis auf den überragenden Schaffartzik kein einziger Alba-Profi im Angriff Normalform erreichte und zweistellig punktete. Weder Thompson noch Dashaun Wood (fünf Punkte) noch Je’kel Foster (kein Treffer bei sechs Versuchen von der Dreipunktelinie) konnten sich in Szene setzen. Und wenn die Gäste doch einmal wieder heranzukommen schienen, trafen entweder Benzing (19 Punkte) oder der starke Bayern-Spielmacher Tyrese Rice, der am Ende auf 25 Zähler kam. Als Schaffartzik im Schlussviertel eine Pause brauchte, machten die Münchner aus einem umkämpften Spiel endgültig eine eindeutige Angelegenheit, schnell wuchs der Rückstand der Berliner von fünf auf 20 Punkte.

Doppelt schmerzhaft könnte für die Berliner sein, dass sie den direkten Vergleich nach ihrem 82:70-Hinspielsieg an die Münchner verloren. Sollten beide Klubs am Ende der regulären Saison punktgleich sein, würde der FC Bayern folglich vor Alba liegen. Beide Mannschaften haben in der Bundesliga bislang sieben Mal verloren. Weil die Berliner zwei Partien weniger absolviert haben, liegen sie drei Plätze hinter den zweitplatzierten Bayern. Tsp

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