Sport : Am Ende getroffen

Durch das späte 2:1 gegen Besiktas Istanbul erreicht Bayer Leverkusen die nächste Runde im Uefa-Cup

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Leverkusen - Als Marko Babic den umstrittenen Strafstoß schießt, packt die Zuschauer für einen Moment das Entsetzen. Es ist die zehnte Großchance, die Bayer Leverkusen vergibt. Doch dann stürmt aus dem Hintergrund Bernd Schneider heran und verwandelt den Abpraller in der 77. Minute zur verdienten 1:0-Führung gegen den türkischen Spitzenklub Besiktas Istanbul. Kurz vor Schluss erhöhte Sergej Barbarez zum 2:0, Ricardinho kann in der letzten Spielminute nur noch per Elfmeter verkürzen (90.). Mit diesem 2:1 (0:0)-Sieg im letzten und entscheidenden Spiel der Gruppenphase im Uefa-Cup erreichte Leverkusen nach Werder Bremen als zweiter deutscher Klub die Runde der letzten 32 Teams.

Es waren noch keine 20 Minuten gespielt, als Sergej Barbarez stark mit sich haderte, kopfschüttelnd resümierte er diese unglaubliche Startphase. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Leverkusen die 22 500 Zuschauer in der ausverkauften Bayarena an glorreiche Champions-League-Zeiten erinnert und den hilflosen Gegner mit schnellen und präzisen Kurzpässen geradezu überrollt. Insgesamt sieben hochkarätige Torchancen verzeichnete die Statistik, und zumeist war der bosnische Stürmer beteiligt – aber ohne zählbaren Erfolg. Schon nach 90 Sekunden war Athirson auf der linken Seite durchgebrochen; den scharfen Schuss des Brasilianers konnte der unsichere Besiktas-Keeper Runje nur abklatschen, aber er parierte den anschließenden Kopfball durch Barbarez.

Eine Minute später wurde Barbarez vom stark auftrumpfenden Paul Freier bedient, doch der Ball, den Barbarez anstupste, rollte diesmal rechts am Tor vorbei. In Minute acht parierte der Torwart einen Flachschuss des Bosnier zur Ecke. Kurz darauf verpasste erneut Barbarez eine scharfe Hereingabe Freiers nur knapp. Und wiederum nur eine Minute später schickte Barbarez den offensiv starken Athirson, aber erneut konnte Torwart Runje den Ball irgendwie abwehren.

Danach setzte der Gegner, der bis dahin kaum zum Atmen gekommen war, den ersten Warnschuss, als Kurtulus nur das Außennetz traf. Die größte Möglichkeit der ersten Halbzeit bot sich dann Andrej Woronin, aber sein Ball strich aus 14 Metern knapp über die Latte. Die Forderung von Trainer Michael Skibbe, „alle Kräfte zu mobilisieren“, hatte seine Mannschaft in den ersten 20 Minuten in die Tat umgesetzt – es fehlten nur die Tore. Danach stellte sich der Gegner allmählich ein auf die Leverkusener Offensive und konnte das Geschehen bis zur Pause kontrollieren.

Nicht ganz so furios wie zu Beginn kam Bayer aus der Kabine, aber es ergaben sich erneut Chancen. Nach einer Stunde übersah Athirson den völlig freistehenden Barbarez in der Mitte. Eine Minute später köpfte Woronin aus aussichtsreicher Position übers Tor. In der letzten Viertelstunde, als Bayer alles auf eine Karte setzte, hatte Kleberson nach einem Konter per Kopf. Doch dann sorgten Schneider und Barbarez für die Entscheidung. Die verzweifelten Angriffe der Türken, die nun ausgeschieden sind, brachten nur noch den Anschlusstreffer.

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