Sport : Am Ende ist Montoya vorn

Karin Sturm

Sao Paulo - Als Brasiliens Topmodell Gisele Bündchen beim letzten Grand Prix der Formel-1-Saison 2004 die Zielflagge schwenkte, war der Jubel an der BMW-Williams-Box grenzenlos: Sieg für Juan-Pablo Montoya. Nach einer ziemlich enttäuschenden Saison konnte BMW endlich wieder einmal gewinnen. Nur ganz knapp geschlagen landete Kimi Räikkönen im McLaren-Mercedes auf Platz zwei. Rubens Barrichello schaffte nach neun Ausfällen in Serie bei seinem Heimrennen als Dritter zwar den Sprung aufs Podium, den großen Traum vom Heimsieg konnte sich der Brasilianer aber nicht erfüllen. Weltmeister Michael Schumacher wurde Siebter.

Das Wetter spielte mal wieder eine entscheidende Rolle in Interlagos. Eine halbe Stunde vor dem Start setzte Regen ein. Ein Start auf Trockenreifen schien den meisten Fahrern ein zu großes Risiko, obwohl fast zu erwarten war, dass es bald abtrocknen würde. Auch Michael Schumacher verzichtete auf Trockenreifen. Schumacher musste nach seinem Abflug im Training am Samstag und dem Wechsel ins Ersatzauto, der auch einen Motorenwechsel und damit den Verlust von zehn Startplätzen bedeutete, vom 18. Rang aus ins Rennen gehen. Er kam dann auch prompt als Zehnter aus der ersten Runde zurück, während Rubens Barrichello zur Enttäuschung der 70 000 Fans seine Pole-Position nicht nutzen konnte. Schon gleich nach dem Start verlor er die Führung an Räikkönen.

Schumacher leistete sich noch einen Dreher, „ohne den ich vielleicht hätte Vierter werden können. Aber so habe ich halt noch mal viel Boden verloren und dann ging halt nicht mehr als Platz sieben“. Vorne hatte sich bald Montoya im BMW-Williams an Räikkönen im Silberpfeil vorbei geschlängelt. Und so blieb es dann auch bis zum Ende. BMW-Motorsport-Direktor Mario Theissen sagte: „Was mich freut, ist, dass wir auch die schnellste Rennrunde gefahren sind. Das zeigt, dass wir wirklich wieder den Anschluss an die Spitze geschafft haben.“

Der Verlierer des letzten Wochenendes der Saison war Ferrari – auch neben der Strecke: Die Italiener stehen in der Formel 1 jetzt auch politisch sehr isoliert da, nachdem sich alle anderen Teams darauf geeinigt haben, wie sie sich die Zukunft in der Formel 1 vorstellen: Drastische Einschränkungen im Testprogramm sollen zu deutlichen Kostensenkungen führen. Nur noch zehn Testtage im Jahr während der Saison, dafür ein Rennwochenende mit zwei mal zwei Stunden freiem Training am Freitag und den beiden Qualifyings am Samstag und Sonntag, deren Zeiten addiert werden – so soll in der nächsten Saison der Zeitplan in der Formel 1 aussehen.

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