• Am Rande der IOC-Tagung in Sydney verkündet Neu-Südwales einen Trainings-Stopp für den Briten

Sport : Am Rande der IOC-Tagung in Sydney verkündet Neu-Südwales einen Trainings-Stopp für den Briten

Die Regierung von Neu-Südwales hat in Sydney ein Trainings-Stopp für den unter Dopingverdacht stehenden Olympiasieger Linford Christie verhängt und damit ein kontroverses Echo ausgelöst. Richard "Dick" Pound, kanadischer Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), sagte am Rande der Tagung der Exekutive in Sydney: "Es sind die Spiele der Australier, und sie wollen sich im Kampf gegen Doping keine Nachlässigkeiten nachsagen lassen." Christie bereitet acht britische Athleten in der staatlichen Sport-Akademie von Sydney auf die Olympischen Spiele vor. Selbst der australische Leichtathletik-Verband (AA) hält die Strafmaßnahmen für übertrieben. AA-Präsident Simon Allatson: "Wir bestrafen Christie, bevor der schuldig gesprochen ist." Das deutsche IOC-Exekutivmitglied Thomas Bach wollte sich zum Verbot nicht äußern: "Ich werde das nicht kommentieren, das ist allein eine Entscheidung der Regierung." Dem 39 Jahre alten britischen Sprint-Olympiasieger von Barcelona war ein über hundertfach erhöhter Nandrolon-Wert nachgewiesen worden, das Council des Internationalen Leichtathletik-Verbandes (IAAF) hatte ihn mit Wirkung vom 14. Februar suspendiert.

Am Mittwoch trainierten die Briten trotz Verbot weiter in der Akademie und lehnten jeden Kommentar ab. Christie selbst sagte nur: "Das ist eine von Neid und Missgunst getragene Entscheidung. Sie vorverurteilen mich und bestrafen meine Athleten." Christie war im August 1997 offiziell zurückgetreten. Neben dem Trainingsverbot für Christie verschärft Australien auch auf allen anderen Sektoren den Kampf gegen Doping: Die australische Regierung und das IOC beschlossen gemeinsame Richtlinien für die Olympischen Spiele in Sydney. Damit erhält die Kooperation zwischen der australischen Anti-Doping-Agentur (ASDA), dem IOC und dem Organisationskomitee (SOCOG) bei den angekündigten Tests von akkreditierten Sportlern unmittelbar vor Beginn der olympischen Wettkämpfe am 15. September eine auch juristisch verlässliche Basis.

IOC und Regierung bekräftigten erneut, dass sie alles daran setzen würden, noch vor den Spielen einen zuverlässigen Test zum Nachweis der Modedroge Erythropoietin (Epo) bereitzustellen. Diese Ankündigung relativierte der Belgier Jacques Rogge als IOC-Exekutivmitglied, Mediziner und stellvertretender Vorsitzender der Medizinischen Kommission des IOC allerdings umgehend: "Wir führen seit 1993 Tests durch, und immer wieder haben uns die Experten gesagt, der Nachweis stehe kurz bevor. Bislang war keine dieser Ankündigungen berechtigt." Auch Thomas Bach äußerte sich skeptisch gegenüber Epo-Tests in Sydney: "Es würde mich nicht überraschen, wenn es auch diesmal bei Versprechungen bleibt."

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