Sport : Am Samstag kämpft "Iron Mike" auch gegen seine Steuerschulden

Für Ruhm, Ehre und vor allem das Finanzamt: Wenn Mike Tyson am Sonnabend in Las Vegas (Sonntag 3.00 bis 6.30 Uhr MESZ live bei Premiere World) gegen seinen Landsmann Orlin Norris zum dritten und wohl letzten Comeback seiner Karriere in den Ring steigt, steht der eigentliche Sieger bereits fest. Die amerikanische Steuerbehörde IRS, der "Iron Mike" 13 Millionen Dollar schuldet, wird den größten Anteil der Siegprämie in Höhe von zehn Millionen Dollar für ihren prominenten Schuldner einsacken. Sorgen um den Ausgang des Fights im MGM-Grand-Hotel und weitere Millionen-Gagen für den Ex-Weltmeister brauchen sich die Beamten nach Meinung der Wettbüros nicht zu machen. Denn Rauhbein Tyson wird mit einer Quote von 12:1 als haushoher Favorit gehandelt.

Vorbestraft, trotz geschätzter Karriereeinnahmen von bisher 200 Millionen Dollar pleite und zum Kämpfen verdammt: Der Schuldenberg Tysons beläuft sich derzeit auf 20 Millionen Dollar und wächst täglich um knapp 50 000 Dollar Zinsen an. Aus diesem Grund griff Vertragspartner und Pay-TV-Riese Showtime nochmal tief in die Tasche und lieh dem Ex-Sträfling zehn Millionen Dollar, damit der 33-Jährige seinen Lebensstil halten kann. Dazu gab es aus der Portokasse von Promoter Dan Goossen weitere fünf Millionen Dollar.

Die Gläubigerliste ist sehr lang und reicht von seinem ehemaligen Trainer Kevin Rooney bis hin zum Löwenbändiger, der sich um Tysons heimischen Raubtierpark kümmerte. Kein Wunder, dass Tysons Gedanken vor dem Kampf weniger seinem Gegner galten. "Man kann die Ereignisse der letzten Wochen auf einen kurzen Punkt bringen: Ich verdanke Showtime mein Leben", sagte der Schläger mit der Kinderseele.

Als Gegenleistung hat der Pay-TV-Sender bei der Auswahl der Gegner Tysons ein entscheidendes Mitspracherecht. Das Profil von Norris konnte die Fernsehbosse offensichtlich voll überzeugen. Der 34-Jährige gilt nicht gerade als begnadeter Techniker, konnte aber immerhin 55 seiner 60 Fights gewinnen.

Seine 800 000 Dollar Antrittsprämie will sich der Texaner, dessen talentierterer Bruder "Terrible Terry" einst Sugar Ray Leonard in Rente geschickt hat, in dem auf zehn Runden angesetzten Kampf mit einer rigorosen Defensivtaktik verdienen: "Francois Botha hat bis zu seinem Blackout bewiesen, dass Tyson aus der Defensive zu schlagen ist. Ich hatte schon vor zehn Jahren das Gefühl, dass ich einen wie Tyson besiegen kann."

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