Sport : Am Schluss wird alles gut

Werder gewinnt in der Nachspielzeit und freut sich auf die Saison-Endspiele

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Bremer Entschlossenheit. Torsten Frings verkörpert den Willen zum Erfolg. Foto: ddp
Bremer Entschlossenheit. Torsten Frings verkörpert den Willen zum Erfolg. Foto: ddpFoto: ddp

Erleichterung und Vorfreude klang aus den Worten von Thomas Schaaf, und wer wollte, konnte gleich noch eine Kampfansage entnehmen. „Besser geht’s doch nicht: Wir haben zwei tolle Partien vor der Brust“, sagte Werder Bremens Trainer, „bevor es dann zum Highlight in Berlin kommt“, dem Pokalfinale gegen den FC Bayern. Selten hat der Coach ein Bundesligaspiel so schnell abgehakt wie den glücklichen 1:0-Zittersieg gegen den geschickt verteidigenden 1. FC Köln, der sich erst in der Nachspielzeit bezwingen ließ. Durch das törichte Handspiel des bis dahin überragenden Pedro Geromel, der dafür auch noch die Rote Karte sah.

Torsten Frings, wieder Werders Bester und Fleißigster, schickte den starken Kölner Ersatzkeeper Thomas Kessler beim Elfmeter in die falsche Ecke als wäre es selbstverständlich, „vorher wollte der Ball ja nicht rein“, sagte der 32-Jährige. So vermochte seine Mannschaft ein lange zu besichtigendes Defizit an Durchschlagskraft und Durchblick zu kaschieren, für das die verlorene Sehhilfe von Kontaktlinsenträger Per Mertesacker (3,0 Dioptrin) stand, der nach einem Stich ins Auge minutenlang nur „verschwommen“ sah. Letztlich half dieses Malheur den Kölnern nicht – vor allem, weil sie ihre Konterchancen verschluderten und Werder erneut in einem furiosen Finale zuschlug.

Zufall sei die Spezialisierung auf die Erfolge in letzter Minute nicht, konstatierte Bremens Vorstandschef Klaus Allofs, „das spricht für unseren Willen, unsere gute Ausgangsposition wäre ja sonst futsch gewesen“. Die sieht in der Bundesligfa nun so aus: Am kommenden Samstag geht es für Schalke um die Meisterschaft und für Bremen um Platz drei und die Champions-League-Qualifikation. Werder fühlt sich besser gewappnet als vor einem halben Jahr – als eine gute Hinrunde durch die finalen Niederlagen eben gegen Schalke und beim HSV einen heftigen Makel erlitt. Dem Bremer Spiel mangelte es damals an Körperlichkeit und die Kompaktheit, man ließ sich den Schneid abkaufen. Und heute? „Sind wir körperlich freier, sind wir spritziger“, erklärt Schaaf. „Daher hoffe ich auf bessere Leistungen als in den Hinspielen.“

Gerade das 0:2 gegen Schalke, das im Vorjahr den Nimbus der Unbesiegbarkeit zerstörte, wurmt Werder noch immer, auch wenn Wortführer Frings den Begriff der „Wiedergutmachung“ nicht gebrauchen möchte. „Das ist auch so ein wichtiges Spiel. Einer wird am Wochenende enttäuscht sein.“ Nach Bremer Willen möge das bitteschön Schalke sein, auch wenn der gemeine Werder-Sympathisant lieber den Gelsenkirchenern als den Münchnern die Schale gönnt. Schaaf, mit den Befindlichkeiten des Fußball-Volkes vertraut, schickte dafür schon mal eine Art Entschuldigung voraus: „Es geht nicht darum, irgendjemandem etwas zu nehmen, sondern unsere Dinge zu erledigen.“

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