Sport : Am Start geschnitten

Nach Anni Friesinger droht auch Claudia Pechstein das Aus für die WM in Göteborg

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Berlin (Tsp). Der viermaligen Olympiasiegerin Claudia Pechstein droht wie Titelverteidigerin Anni Friesinger bei der Allround WM der Eisschnellläuferinnen am Wochenende in Göteborg die Zuschauerrolle. Die Berlinerin verletzte sich beim Start-Training mit der Kufe des rechten Schlittschuhs am linken Fuß. Die 1,5 Zentimeter lange Wunde zwischen Knöchel und Achillessehne wurde wenig später genäht.

Claudia Pechstein zeigte sich zunächst geschockt. „Ich habe es erst bemerkt, als es im Schlittschuh vom Blut warm wurde“, sagte die 30-Jährige. Erst am Abend zuvor hatte sie ihren Kufen den WM-Schliff verliehen. Das Missgeschick passierte, als sie nach dem eigentlichen Trainingsprogramm noch ein paar zusätzliche Startübungen absolvierte. „Ich war sehr gut drauf und bin zuvor sehr gute Runden gelaufen“, sagte Pechstein, die im Jahr 2000 zum bislang einzigen Mal den WM-Titel in dem Vierkampf gewonnen hatte und Anfang Januar in Heerenveen EM-Silber hinter Friesinger geholt hatte.

Chef-Bundestrainer Helmut Kraus reagierte besonnen auf die Nachricht vom möglichen Ausfall der zweiten deutschen Goldhoffnung: „Es bringt nichts, in Panik zu verfallen. Wir sind guter Dinge, dass sie doch starten kann. Anreisen nach Schweden wird Claudia Pechstein auf jeden Fall wie geplant. Am Freitag nach einem ersten Eistraining vor Ort soll dann endgültig über den Start entschieden werden. „Wir müssen erst mal sehen, ob mein Fuß dann überhaupt in den Schlittschuh passt“, sagte Claudia Pechstein.

Die zweimalige Allround-Weltmeisterin Anni Friesinger hatte ihren WM-Verzicht am Montag bekannt gegeben, nachdem sie wegen ihrer Erkrankung mehrere Tage mit dem Training hatte aussetzen müssen. Friesinger war Anfang Januar in Heerenveen Europameisterin geworden. Nach ihrer Absage ist für Anni Friesinger nun Cindy Klassen die Topfavoritin. Die Kanadierin hatte Ende Januar bei der nationalen WM-Qualifikation in Salt Lake City Gunda Niemann-Stirnemann als Vierkampf-Weltrekordlerin abgelöst.

Als Trost für die verpasste WM in Göteborg dient Anni Friesinger die Einzelstrecken-WM vom 14. bis 16. März in Berlin, wo sie neben ihren Paradestrecken 1500 und 3000 auch über 1000 m nach einer Medaille greifen will: „Ich bin froh, dass ich diese WM noch habe. Da kann ich nochmal zeigen, wie gut ich drauf war.“

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