Sport : Am Tatort

Benedikt Voigt

wundert sich über Mario Baslers nächsten Fußballverein Kriminalromane versuchen uns oftmals weiszumachen, der Täter kehre stets an den Tatort zurück. Allerdings, möchte man einwenden, gibt es so etwas im wahren Leben nur selten. Oder gar nicht. Wer ist denn wirklich so dumm und begibt sich freiwillig an die Stätte seiner Missetat? Nun aber dringt eine Meldung aus Regensburg in der Oberpfalz an die Öffentlichkeit.

Dort trug sich in der „Trattoria da Fernando“ in der Nacht vom 13. auf den 14. Oktober 1999 um 3.20 Uhr ein Handgemenge zu, das als „Pizza-Affäre“ bekannt werden sollte. Eine Zeuge sagte der „Bild“-Zeitung: „Wir hatten einen Tisch bestellt, nebenan war eine Geburtstagsfeier. Plötzlich kommt ein Gast und macht uns an: ihr Scheißtypen. Er geht weg, kommt später wieder, provoziert weiter. Dann kam die Polizei, mehr war nicht. Was Sven gemacht hat, weiß ich nicht.“ Doch ganz so harmlos kann es nicht gewesen sein, denn der Zeuge bekam Ärger mit seinem Arbeitgeber. Dieser störte sich an der Zeit, zu der sich der Vorfall ereignete. Immerhin hatte man den Zeugen zu Rehabilitationszwecken in die Nähe Regensburgs entsandt – und nicht, um nachts alkoholisiert in eine Schlägerei verwickelt zu werden. Beide, der Zeuge und sein Freund Sven Scheuer, fielen beim Arbeitgeber in Ungnade, doch es kam zu keiner gerichtlichen Verurteilung. Es gibt noch Klärungsbedarf. Unklar ist, ob der Zeuge nicht auch irgendwie Täter war.

Und nun die Meldung: Der Fußball-Nationalspieler Mario Basler, einst als Zeuge in die „Pizzeria-Affäre“ verwickelt, soll Trainer beim Zweitliga-Absteiger Jahn Regensburg werden.

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