Amateur-Klasse : Ronny Ermel, Tasmania-Verteidiger ohne Beliebtheitspreis

Vermögensberater und beinharter Verteidiger: Das Doppelleben von Ronny Ermel bei Tasmania Berlin in unserer Amateurserie.

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Ronny Ermel, beinharter Tasmania-Verteidiger. Foto: null
Ronny Ermel, beinharter Tasmania-Verteidiger.Foto: null

Hört man sich auf den Berliner Sportplätzen etwas um, wird klar: Der Beliebteste ist der Fußballer Ronny Ermel sicher nicht. „Als sein Trainer freut mich das, denn gegen ihn spielt niemand gerne“, sagt Mario Reichel, Coach des SV Tasmania über seinen Kapitän. Ermel selbst, 32 Jahre alt und als Vermögensberater tätig, lassen die kritischen Stimmen von außerhalb kalt. Als Abwehrspieler will man nun einmal keinen Beliebtheitspreis gewinnen, sondern Tore verhindern – und das gelingt Ermel und seinen Kollegen beim Neuköllner Berlin-Ligisten momentan fast perfekt. In zwölf Ligaspielen hat Tasmania erst drei Gegentreffer kassiert, auch dank der Zweikampfstärke und Erfahrung seines Abwehrchefs. „Ich bin ein ehrgeiziger Typ und spiele auch etwas härter“, sagt Ermel.

Mittlerweile ist er in seiner vierten Saison bei Tas. Aufstieg und Pokalsieg verpassten die Neuköllner zweimal knapp, sodass in der „Fußball-Woche“ in Anlehnung an Bayer Leverkusens anhaltende Titellosigkeit schon von „Taskusen“ zu lesen war. Ermel nimmt das mit seiner Erfahrung aus vielen Jahren in der Oberliga locker. „Im Herrenbereich war ich bei elf oder zwölf Vereinen und da war von Norden bis Süden alles dabei“, sagt er. In der jungen Mannschaft sieht er sich als Bindeglied zwischen Trainer und Team. „Wenn es mit dem Aufstieg klappen sollte, wäre das toll“, sagt Ermel. Offense wins games, defense wins championships – wen interessiert da noch ein Beliebtheitspreis?

Wir stellen an dieser Stelle besondere Typen aus unteren Ligen vor, egal ob Spieler, Fan oder Platzwart. Haben Sie Vorschläge? Schicken Sie eine E-Mail an sport@tagesspiegel.de.

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